Mo, 10. Dezember 2018

Viele Widersprüche

27.09.2018 07:00

Zahnspange: Nur Salzburg ohne Vertrag!

Fast die Hälfte der Jugendlichen hat mit Zahnfehlstellungen zu kämpfen. Heute kann das gut behoben werden. Voraussetzung: Eltern blättern viel Geld hin. Die Gratis-Zahnspange für schwere Fälle gibt es nur in Salzburg nicht mehr. Die Ärzte kündigten. Sie sollen bis heute, Donnerstag, auf einen Vorschlag reagieren.

Die eine Seite widerspricht der anderen. Zwischen den Zeilen sind auch unterschiedliche medizinischen Ansichten zu hören. Wie früh braucht ein Kind eine Zahnspange? Wann ist der beste Zeitpunkt für eine festsitzende Regulierung?
Dr. Andrea Koren leitet das Zahngesundheitszentrum der GKK (ohne Kieferorthopäden): „Wichtig ist, dass die Funktion gegeben ist. Die Biss-Situation muss harmonisiert werden.“
Dass Fehlstellungen ausgeglichen werden sollten, steht außer Frage. Es gibt verschiedene Arten von Zahnspangen, die abnehmbare und die festsitzende. Neben kosmetischen Aspekten kann es auch zu Muskelverspannungen oder massiveren Spätfolgen führen. Und Prof. Adriano Crismani von der Universitätsklinik für Kieferorthopädie in Innsbruck ergänzt: „Kinder, die unter einer stärkeren Rücklage des Unterkiefers leiden (“Hasenzähne„), haben ein um 50 Prozent höheres Risiko, sich Zähne komplett auszuschlagen.“ Etwa 35 Prozent sind betroffen.
Häufig kommt auch der Kreuzbiss vor (obere Zahnreihe steht beim Zubeißen innerhalb der unteren).
Rund 30 Prozent haben schwerwiegende Fehlstellungen, die in Stufe 4 und 5 (Gratis-Zahnspange) fallen. Gestritten wird über die Einstufungen. Dr. Koren kontrolliert für die GKK die Einschätzung der Vertragsärzte: „Es gibt einen Index mit ganz klaren Vorgaben.“
Die Zahnärzte kritisierten, dass die Gratis-Spange zu spät starte. Es sei nicht die beste Behandlung für die Patienten möglich, so Zahnärztekammer-Präsident DDr. Martin Hönlinger. Das stimme so nicht, kontert die GKK in Salzburg.

Auch die Österreichische Zahnärztekammer war in den Vertrag eingebunden. Er gilt auch in allen anderen Bundesländern noch, nur in Salzburg nicht. Von der GKK heißt es: „Überall akzeptierten die Kieferorthopäden die gemeinsam ausverhandelten Bedingungen.“ Nur das sündteuere Pflaster Salzburg ist wieder einmal anders Im Lungau wurde noch um einen eigenen Kieferorthopäden gekämpft, obwohl es eigentlich zu wenige Kinder gibt, der nahm seinen Vertrag im Juni aber gar nicht mehr an.
„Dass nicht einmal die Kinder, die schon begonnen haben, fertig behandelt werden, ist völlig verantwortungslos“, übt auch Salzburgs AK-Präsident Peter Eder scharfe Kritik.
Eltern wurden großteils nicht einmal mit Informationen versorgt. Es gibt Fälle, wo nicht gesichert ist, ob geplante Operationen stattfinden können oder nicht.
Vorrangig ist jetzt einmal ein Folgevertrag für die rund 1500 Betroffenen, die bereits eine - für sie bisher kostenlose - Zahnspange tragen. Von der GKK heißt es dazu: „Wir haben einen Vorschlag überarbeitet. Er liegt wieder bei der Zahnärztekammer.“ Ob ein Kompromiss zu Stande kommt, steht noch nicht fest. Bis heute, Donnerstag, wurde eine Frist gesetzt.

Die GKK sucht währenddessen bereits neue Kieferorthopäden, die zum Kassentarif arbeiten wollen. Insgesamt 12 Stellen wurden vom Flachgau bis in den Pongau ausgeschrieben, wie auf der Homepage bereits zu lesen ist. Interessierte sollen sich bis 10. Oktober bewerben.

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