Schlicht zu teuer

Metalldetektoren in Gerichten fielen Sparstift zum Opfer

Steiermark
18.12.2009 10:34
Wird an unseren Gerichten auf Kosten der Sicherheit gespart? Diese Frage stellen sich viele nach dem Amoklauf im niederösterreichischen Hollabrunn, denn eine Schleuse hätte das Blutbad womöglich verhindern können. Wie es um die Sicherheit an steirischen Gerichten bestellt ist, hat die "Steirerkrone" recherchiert.

Warum der 57-Jährige ungehindert zu einer Gerichtsschreiberin vordringen und sie mit einem Kopfschuss töten konnte, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Fest steht aber, dass eine Schleuse (wie auf unserem Bild zu sehen) fehlte.

Sicherheitseinrichtungen wie diese gibt es auch in der Steiermark nur in größeren Gerichten wie in Graz oder Leoben. In kleineren Häusern – mit gut 25 Mitarbeitern – sind strenge Waffenkontrollen nicht (oder nur stichprobenartig) vorgesehen.

  • Im Bezirksgericht Judenburg etwa verfügt man zwar über sogenannte "Überfallstaster" mit Direkt-Verbindung zur Polizei, "andere Vorkehrungen haben wir aber leider schon seit Jahren nicht mehr", bedauert man im Kreis der Mitarbeiter.
  • In Liezen kann im "Bedarfsfall" ein Wachdienst angefordert werden, die Metalldetektoren (wie sie nach dem Amoklauf in Linz-Urfahr 1995 fast überall angeschafft wurden) fielen aber dem Sparstift zum Opfer.
  • Auf Kosten der Sicherheit wird offenbar auch in der Landeshauptstadt gespart. "Im Zuge von Umbauarbeiten habe ich vor einigen Jahren gefordert, dass unsere Türen künftig nur noch mit Magnetkarten zu öffnen sein sollen", berichtet Dr. Manfred Kammerer von der Staatsanwaltschaft Graz der "Krone". Seinem Vorstoß war aber kein Erfolg beschieden – die Kosten von 100.000 Euro waren zu hoch.

von Gerald Schwaiger, "Steirerkrone"

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