Grund für den Rechtsstreit: Der Herr Vorstandsvorsitzende begehrte nach seinem Abgang die Ausbezahlung seines Resturlaubs. 86.800 Euro für 65 Tage. Macht immerhin stolze 1.335 Euro pro Tag. Zum D'rüberstreuen wurden auch noch gleich 78.500 Euro als "Erfolgsprämie" für die achte Monate, die Franz Karl Maier die EStAG 2009 geführt hat, zusätzlich eingeklagt...
Summa summarum also 165.300 Euro. Wir haben diesen Betrag - die steirische AK hat uns das Einkommen eines Durchschnittsbürgers (Frau/Mann) erhoben - durch diese 2.109 Euro dividiert. Genau 6,5 Jahre muss ein steirischer "Normal-Mensch" für dieses Geld arbeiten!
Warum wir diese Geschichte - die Verfahren laufen noch - aufwärmen? Weil der Ex-Energiechef in einem weiteren Verfahren die EStAG zur Kasse gebeten hat. In einer vergleichsweise kleinen Bezirksgerichts-Causa: Herr Maier hatte im LKH Graz zu tun und stellte sein Auto einfach auf einem Privatparkplatz ab. Dessen Besitzer wies ihn auf dieses Faktum hin. Herrn Maier war das, auf gut Steirisch, wurscht. "I fahr' weg, wann ich will", steht im Protokoll.
Der Grundeigentümer klagte wegen Besitzstörung. Das Bezirksgericht verurteilte. Maier machte Rekurs, das Landesgericht für Zivilrechtssachen wies ab. Gerichts-, Anwalts-, Verfahrenskosten: 2.100 Euro. Aber jetzt kommt's: Der Herr Maier zahlte nicht aus dem privaten Börsel, wie man's halt tut in einem solchen Fall. Nein, er wies die Rechtsabteilung der Energie Steiermark an, den Schaden zu erledigen...
In der Energie-Zentrale herrscht ob dieser - formulieren wir es höflich - dreisten Frivolität, Kopfschütteln. "Da hat offensichtlich einer jegliches Gefühl dafür verloren, was geht und was nicht mehr geht." Maiers Nachfolger als Vorstandsvorsitzender, Oswin Kois, mit dem Sachverhalt konfrontiert, wollte weder bestätigen noch dementieren. Nur so viel: "Ja, es gibt einen Vorfall..."
"Steiermark Inoffiziell" von Gerhard Felbinger, "Steirerkrone"
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