So, 23. September 2018

FH Joanneum

27.08.2018 13:33

Debatte um Insekten als Nahrungsmittel

Mehlwürmer und andere Insekten gelten als gesunde Nahrungsmittel, landen aber bisher kaum auf europäischen Tellern. Die steirische FH Joanneum erforscht ab November zumindest fünf Jahre lang, wie die Tierchen verarbeitet werden müssen, damit sie dem Menschen oder auch anderen Tieren schmecken.

Bereits 2015 haben sich Studierende der Fachhochschule mit den Möglichkeiten beschäftigt, Insekten als Futter- und Nahrungsmittel aufzubereiten. Dabei wurden ein Konzept für eine innovative Trocknungsanlage für Maden sowie ein Rezept für einen Waffelsnack mit Grillenmehl entwickelt. Mit dem neuen Projekt ab November - genannt „Sustainable Proteins: Integrierte Insekten Innovationen entlang der Food Chain“ - soll die gesamte Lebensmittel-Wertschöpfungskette betrachtet werden. Gemeinsam mit drei anderen Instituten der FH Joanneum, der University Wageningen (Niederlande), der Universität Graz sowie der Firma Hygienicum wird die nachhaltige und effiziente Erzeugung von tierischem Protein am Beispiel von Insekten erforscht. Das Projektvolumen beträgt 1,03 Millionen Euro.

Im Zentrum der Forschung steht die Frage: Wie kann die Proteinversorgung durch Insekten nachhaltig gestaltet werden? Hintergrund sind ökologische Schäden wie steigende CO2-Konzentration, Abholzung von Regenwäldern oder Grundwasserbelastung - Folgen der Erzeugung von tierischem Protein für die Ernährung. Global wird weiterhin mit einem deutlichen Anstieg des Fleisch- und Fischkonsums gerechnet. Damit sich die Situation nicht weiter verschärft, brauche es neue Ideen: Insekten seien eine Überlegung wert, so die Fachhochschule.

Haas schildert, dass Eiweißpulver aus Insekten eines der aussichtsreichsten Ziele der Forschungen ist. Das Pulver soll zum einen in Fischfutter zum Einsatz kommen, aber auch in Lebensmitteln, wobei die Produkte nicht nach Insekten, sondern nach bekannten Lebensmitteln schmecken sollen, sagte Haas. Einen eher geringen Anteil dürften auch künftig geröstete Mehlwürmer und andere Insekten auf Tellern ausmachen: „Die sollen eher Aufmerksamkeit für das Thema erregen.“ Hauptziel seiner Überlegungen sei es, heimische Fische mit heimischem Futter zu züchten.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Steiermark

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.