"1.000 Fehler"

Bürgermeister von Fohnsdorf kritisiert Gemeinde-Prüfer

Steiermark
16.12.2009 00:40
Das Millionenpackerl für die vom - im wahrsten Sinne des Wortes - Absaufen bedrohte Therme Fohnsdorf ist geschnürt. Landeshauptmann Franz Voves gibt, wie berichtet (siehe Infobox), zwei Millionen Euro Soforthilfe aus Verfügungsmitteln. Um den Konkurs abzuwenden.

Und Schlag auf Schlag geht's im Oberland weiter. Bürgermeister Johann Straner (Bild), von der Gemeindeaufsicht mit schweren Vorwürfen konfrontiert, zündet im Gespräch mit der "Steirerkrone" ein mittleres Bomberl: Der Prüfbericht gleiche frappant dem "Lexikon der 1.000 Fehler"...

Mit einem ganzen Pinkel an Unterlagen und Akten versteht es der Stadtchef durchaus zu belegen, dass viele der angeblichen Verfehlungen - von chaotischer Finanzplanung bis zur Freunderlwirtschaft - einfach nicht stimmen, vielmehr die Aufsichtsbehörde geschludert hätte und falsch liege...

Wie auch immer das Match Gemeindeaufsicht gegen Bürgermeister ausgehen wird: Advokaten und Berater dürfen sich schon jetzt die Hände reiben. Der Fohnsdorfer Bürgermeister dagegen verspricht Transparenz. Allumfassend, gläsern will er werden! Und er beginnt bei sich.

Den angekündigten Rücktritt als Thermenchef, ursprünglich für den 31. Jänner 2010 geplant, zieht er sogar vor. Schon am Donnerstag legt er seine Funktion zurück. "Damit eventuelle Vertuschungsgerüchte gar nicht erst aufkommen können"...

Und noch etwas macht der Bürgermeister; das wäre übrigens auch vorbildhaft für andere steirische Kommunen: Der sogenannte "nicht öffentliche" Teil bei den Gemeinderatssitzungen ist ab sofort abgeschafft. Schon am kommenden Donnerstag dürfen Bürger der Bergstadt Fohnsdorf auch an den "Geheimnissen" der Gemeindeoberen teilhaben.

Landesförderung für Elektroflitzer
Zum Schluss: Da soll noch einer kommen und sagen, unsere Landesregierung sei - auch in harten Budgetzeiten wie diesen - nicht großzügig. Eine Förderung für Elektroautos, immerhin satte 1.000 Euro pro Fahrzeug, hat mittlerweile das Landesparlament passiert. Das ist sicherlich gut gemeint. Dass allerdings just der erste Förder-Tausender an den steirischen Besteller des berühmten E-Sportwagens "Tesla" gehen wird, ist schon mehr als kurios.

Der Flitzer mit seinen 185 Pferdestärken beschleunigt in lediglich 3,8 Sekunden von null auf 100, die Spitzengeschwindigkeit wird im Prospekt mit 201 km/h angegeben. Kaufpreis: knapp unter 100.000 Euro. Ob einer, der sich ein solches Vehikel leistet, wirklich auf die Landesförderung angewiesen ist?

"Steiermark Inoffiziell" von Gerhard Felbinger, "Steirerkrone"

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