Mi, 19. September 2018

Streit mit Nachbarn

20.08.2018 06:00

Ärger um Airbnb-Vermietung im Gemeindebau

Immer mehr Ärger mit den Kurzzeit-Vermietungen von privaten Wohnungen über die Airbnb-Plattform. 300 Private vermieten so lukrativ unter der Hand, ohne Steuern zu zahlen. Aus Salzburg-Süd wird ein besonders krasser Fall bekannt. Hier vermietet ein Arbeitsloser sogar seine von der Stadt zugeteilte GSWB-Wohnung.

Die Vermietung von Privatwohnungen über die Airbnb-Plattform sorgt auch in der Festspielstadt zunehmend für Unmut. 300 Anbieter findet man alleine in der Festspielstadt, kein einziger davon hat bei der Stadt gemeldet, dass er seine Unterkunft als Urlauber-Bleibe vermietet. Obwohl er das seit 1. Jänner 2018 eigentlich angeben müsste.

In einem GSWB-Wohnblock in Salzburg-Süd gibt es nun einen besonders krassen Fall: In einem Wohnblock der GSWB wird sogar eine 70 große Gemeindewohnung ungeniert als Urlauber-Unterkunft angepreist: „Ruhige Lage mit Blick auf die Salzach“, so der Mieter, der keiner Arbeit nachgeht und Sozialhilfeempfänger ist. Rund 500 € Miete kostet ihm die Wohnung, durch das illegale Vermieten nimmt er monatlich ein Vielfaches ein. Und das bereits seit etwa vier Jahren.

Lärm bis in die Nacht und nichts als Ärger

„Die Zustände sind unbeschreiblich“, so die genervten Nachbarn: „Einmal standen sogar Feldbetten am Gang, darauf schliefen Urlauber aus China. Und fast täglich wirst du von den rollenden Koffern geweckt. Dazu Lärm bis tief in die Nacht hinein. Das Schlimmste aber: Du weißt in deinem eigenen Wohnblock plötzlich nicht mehr, wer neben dir wohnt.“

Der Wohnungsmieter bietet dazu ein Service wie ein Hotelbetrieb: Er holt seine Gäste vom Bahnhof ab und hat im Gemeindebau auch einen regelrechten Fahrradverleih aufgezogen, sechs Drahteseln parken im Keller: „Dazu kommt, dass seine Gäste auch die Waschanlage benützen, für die alle Hausbewohner deshalb jetzt weit höhere Betriebskosten zahlen müssen.“

Hilferufe der Bewohner wurden nicht gehört

Die Polizei ist Dauergast im Wohnblock, die Mieter haben schon vor Jahren an Stadtrat Padutsch, heuer auch an Bürgermeister Harald Preuner und den Landeshauptmann geschrieben. Auch bei der GSWB will man sich mit solchen Fällen offenbar nicht „anpatzen“.

Bei der Stadt verweist man auf den Umstand, dass eine Kontrolle schwierig sei, dazu müsse sich erst die Rechtslage ändern. Denn anders als in der Steiermark und Wien fehlen in Salzburg Regeln, um den Airbnb-Wildwuchs einzudämmen.

Vermutlich gebe es außerdem in der Stadt Salzburg weit mehr als die 300 Wohnungen, die via Airbnb-Plattform leicht im Internet zu finden seien. Weltweit rühmt sich die Plattform, dass in 190 Ländern und über 34.000 Städten Gastgeber ihre Unterkunft mit Touristen teilen.

770.000 Nächtigungen via Airbnb im Jahr 2017

770.000 Menschen haben im Jahr 2017 auf diese Weise in Österreich eine Unterkunft gefunden. Sehr zum Ärger der Hotellerie, die sich - ähnlich wie die Taxis im Fall Uber - einer Konkurrenz gegenüber sieht, die sich vor Abgaben und Steuren drückt. Dazu kommt, dass Hotels und Beherbergungsbetriebe aller Art Brandschutzbestimmungen beachten müssen, deren Umsetzung viel Geld kostet.

Die Bewohner sind, wie hier an der Johann Elias Straße, die Leidtragenden: „Die Urlauber rauben uns den Schlaf und verparken unsere Stellplätze. Und alles nur, weil einer Profit auf unserem Rücken macht.“

Wolfgang Weber
Wolfgang Weber

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