Mo, 15. Oktober 2018

Beweise fehlten

06.08.2018 19:13

Freispruch vom Terror-Vorwurf

Abid T. (28) ist zumindest in rechtlicher Hinsicht ein freier Mann. Nur: In Freiheit ist er offenbar noch nicht, wie sein Anwalt verrät. Sondern wieder in Schubhaft. Nachdem der Marokkaner im Oktober schuldig gesprochen wurde, hob der OGH das Ersturteil auf. Nun folgte ein Freispruch (nicht rechtskräftig). Die Beweislage sei einfach zu dünn, folgte die Vorsitzende der Einschätzung der obersten Richter.

„Ich bin kein Terrorist“, unterstrich T. auch bei seinem zweiten Gerichts-Auftritt. Der Grund des Terror-Vorwurfs? Sein Handy. Auf dem Samsung Galaxy hatte er nämlich zehn Nummern gespeichert, die ein rechtskräftig verurteilter Libyer ebenso hatte. Der war erwiesenermaßen Helfer der Pariser Terrorzelle. Beide trafen sich im November 2015 im Transit-Flüchtlingslager in Salzburg, das Samsung wechselte die Hände. Festgenommen wurde der Marokkaner aber erst Monate später in Belgien. Der Anklage nach soll er ebenso Infos für den IS herbeigeschafft haben. Dafür setzte es im Oktober einen Schuldspruch, der von den obersten Richtern Ende Mai aufgehoben wurde. Begründung: Es gab „keine terrorismusrelevanten Informationen“.

Nun, die Prozess-Wiederholung: Er beteuerte erneut seine Unschuld. Das Handy habe er nur zum Aufladen weitergegeben. Auch nach der Befragung von Verfassungsschützern gab es nur Indizien. Freispruch. Nicht rechtskräftig. Das Gericht bewilligte auch die Enthaftung. Doch laut Anwalt Wolfgang Blaschitz kam T. umgehend in Schubhaft.

Antonio Lovric
Antonio Lovric

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