Mo, 22. Oktober 2018

Prozess vertagt

28.07.2018 07:33

Waffen-Sammler hortete rostigen „Kriegsmüll“

Ein im Unterland lebender Außerferner (52) wird künftig wohl genau darauf achten, welche Fundstücke er mit nach Hause nimmt und was er im Internet bestellt. Im Keller des Militaria-Sammlers fand die Polizei unter anderem das Abschussrohr einer Panzerfaust sowie ein Maschinengewehrteil. Nun saß der Mann vor Gericht.

Ein Maschinengewehr ohne Lauf und Verschluss, eine Kartusche mit Zündhütchen für eine Granate, drei Pistolen und ein Abschussrohr einer Panzerfaust „verschönerten“ den mit Militaria vollgestopften Keller des 52-jährigen Berufskraftfahrers. „Fast alles habe ich in den Bergen oder bei Flüssen gefunden“, erklärte der Mann, der am Freitag wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz in Innsbruck vor Gericht saß. „Die Sachen - wie vor allem das Panzerfaustrohr - sind ja alle rostig und nie im Leben funktionsfähig“, glaubt der Waffen-Liebhaber.

„Gewehr war nur Deko“
Doch nicht nur Bodenfunde zierten das Sammler-Zimmer des gebürtigen Außerferners. In einem deutschen Online-Shop hat der Tiroler auch ein unvollständiges, aber vervollständigungsfähiges Maschinengewehr erworben. „Ich habe das rein für Deko-Zwecke bestellt. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass ich dafür angeklagt werde“, so der 52-Jährige. „Ich dachte immer in Deutschland gelten strengere Gesetze.“ Doch auch wenn Lauf und Verschluss fehlen, handelt es sich laut Staatsanwältin beim Gewehr um illegales Kriegsmaterial. „Dann wäre auch schon der Besitz eines Holzgriffes verboten“, erwiderte der Verteidiger. Während der gefundene „Kriegsmüll“ einfach vernichtet wird, müssen nun Experten klären, ob das Maschinengewehr Kriegsmaterial ist. Vertagt!

Samuel Thurner
Samuel Thurner

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