Großauftrag vergeben

Großer Schritt für neues Stahlwerk in Kapfenberg

Steiermark
27.07.2018 09:59

Im April erfolgte der Spatenstich für das neue Voestalpine-Edelstahlwerk in Kapfenberg, jetzt wurde der Auftrag für das technologische Herzstück der Fabrik erteilt: Die SMS group mit Sitz in Düsseldorf (Deutschland) wird für Engineering, Prozesstechnik und Inbetriebnahme der vollautomatisierten Schmelzanlage, die 2021 die Produktion aufnimmt, verantwortlich zeichnen.

Die Gesamtinvestitionssumme für das neue Edelstahlwerk, das langfristig rund 3000 Arbeitsplätze am Standort Kapfenberg absichert, beläuft sich auf bis zu 350 Millionen Euro. Derzeit laufen die Vorbereitungsarbeiten am 50.000 m² großen Baufeld auf Hochtouren, bis Herbst wird die Errichtung der Zufahrtstraße und der Montageplätze abgeschlossen sein. Nach dreijähriger Bauphase wird das Werk jährlich rund 205.000 Tonnen Hochleistungsstähle für die internationale Automobil-, Luftfahrt sowie Öl- und Gasindustrie herstellen.

Im April erfolgte der Spatenstich zum neuen Werk. Von links: Wolfgang Eder, Michael Schickhofer, Margarete Schramböck, Hermann Schützenhöfer und Franz Rotter (Bild: Jauschowetz Christian)
Im April erfolgte der Spatenstich zum neuen Werk. Von links: Wolfgang Eder, Michael Schickhofer, Margarete Schramböck, Hermann Schützenhöfer und Franz Rotter

„Mit der Vergabeentscheidung über die Lieferung der Hauptaggregate des Schmelzbereiches - diese entsprechen rund einem Drittel des gesamten Investitionsvolumens - haben wir nun die technologische Basis für das neue Edelstahlwerk gelegt“, so Franz Rotter, Voestalpine-Vorstandsmitglied und Leiter der High Performance Metals Division. Neben dem Elektrolichtbogenofen, in dem hochreiner Schrott und Legierungen bei bis zu 9000°C zu flüssigen Spezialstählen erschmolzen werden, umfasst der Lieferumfang der SMS group auch verschiedene Nachbehandlungsanlagen, in denen der Werkstoff seine speziellen Eigenschaften erhält. Betrieben werden die Aggregate mit Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien.

(Bild: APA/Barbara Gindl)

Die Beauftragung der Schlüsselpartner für die nachfolgenden Prozessanlagen, etwa den gesamten Gießbereich, sowie für die Errichtung der Halle wird in den kommenden Monaten erfolgen.

Virtuelle Simulation für Mitarbeiter
In puncto Digitalisierung wird die Anlagentechnik laut Voestalpine weltweit neue Maßstäbe setzen. Ein hochmodernes Sensor- und Elektroniksystem ermöglicht die Steuerung des gesamten Produktionsprozesses über einen zentralen Leitstand. Um eine reibungslose Umstellung auf die neue Technologie sicherzustellen, wird ein eigenes Schulungszentrum für die Mitarbeiter in Kapfenberg errichtet, in dem alle Produktionsbereiche bereits im Vorfeld virtuell simuliert werden. 

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