Do, 16. August 2018

Schlüsseldienste

23.07.2018 09:55

Ausgesperrt: Miese Abzocker in Tirol weiter aktiv!

Verdächtig ruhig ist es zuletzt um sie geworden - doch sie sind nach wie vor voll aktiv: die Abzocker im Auftrag unseriöser Schlüsseldienste! Erst am Samstag versuchte ein „Experte“ einer deutschen Firma einer Innsbruckerin (69) fast 660 Euro abzuknöpfen. Laut Polizei werden allein in Tirol pro Woche etwa zwei solche Fälle angezeigt. Die Dunkelziffer dürfte jedoch weitaus höher sein!

Samstag, gegen 16.45 Uhr in der Innsbrucker Reichenauerstraße: Eine 69-Jährige sperrte sich aus ihrer eigenen Wohnung aus. Die Pensionistin alarmierte sofort einen vermeintlichen Notschlüsseldienst - und tappte dabei voll in die Abzockfalle.

Doch alles der Reihe nach: Ein Mitarbeiter (27) einer deutschen Firma kam der Frau zu Hilfe. Quasi im Handumdrehen, aber mit jeder Menge Brachialgewalt, öffnete der „Experte“ die Tür. Das Schloss wurde dabei komplett demoliert - doch das war nur eine von zwei bösen Überraschungen. Als der Deutsche der Rentnerin die Rechnung präsentierte, traute sie ihren Augen nicht: satte 657,84 Euro!

Fünf weitere Mitarbeiter der Firma in Tirol aktiv
Die Innsbruckerin wusste offenbar sofort, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht und alarmierte die Polizei. Eine Streife stellte den Mann schon wenig später zur Rede. „Der Verdächtige besitzt keine gewerberechtliche Genehmigung für solche Dienste in Österreich. Er gab zudem an, dass er im Auftrag einer deutschen Firma tätig sei. Und genau für dieses Unternehmen sind derzeit offensichtlich noch fünf weitere Mitarbeiter in Tirol im Einsatz“, heißt es von der Polizei. Der Deutsche wurde wegen des Verdachts des Sachwuchers und der Sachbeschädigung angezeigt.

Im Schnitt etwa zwei Anzeigen pro Woche
Vor allem Anfang dieses Jahres wurden viele solche Fälle bekannt. Die Polizei und die AK warnten mehrmals vor unseriösen Firmen, die meist über das Internet ihre Dienste anbieten. Zuletzt war es ruhiger um sie geworden. Doch der Schein trügt. „Nach wie vor werden pro Woche ein bis zwei Fälle angezeigt“, weiß Hans Peter Seewald vom LKA Tirol. Die Dunkelziffer sei höher.

Wer in eine solche Notsituation gerät, sollte sich bereits am Telefon über den Anfahrtsweg und die Kosten erkundigen - im Zweifel die Polizei alarmieren!

Heimische Firmen finden Sie unter: www.schluesseldienste-tirol.at

Hubert Rauth
Hubert Rauth

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