Klimawandel

Klonen gehört die Zukunft des steirischen Weins

Steiermark
23.07.2018 05:00

Es wird heißer, es wird trockener, zugleich regional aber auch nasser - die heimischen Bauern müssen in diversen Bereichen auf die neuen Klimaanforderungen reagieren. Beim Wein wird das besonders deutlich! Unser Land färbt sich rot.

Am Müller Thurgau sieht man es am besten: „Vor 20 Jahren noch machte diese Sorte zehn Prozent unseres Weinangebotes aus“, weiß Fachmann Leonhard Steinbauer von der Versuchsanlage Haidegg. „Heute ist er gerade einmal unter ,ferner liefen‘.“ Die Veränderung wird evident und orientiert sich vor allem am Huglin-Index: „Dieser besagt, welchen Wärmebedarf die einzelnen Rebsorten haben, und darauf können sich die Weinbauern dann auch einstellen.“ 3000 sind das übrigens aktuell, die auf 4800 steirischen Hektar Trauben kultivieren.

In der Entwicklung tut sich sehr viel. Leonhard Steinbauer sitzt an der Quelle und kennt sich aus: „Das Hauptproblem ist ja zuviel Regen während der Lese und die damit drohende Fäulnis. Die Zukunft gehört also den lockerbeerigen Trauben, weil diese Nässe besser wegstecken.“ Und die Antwort darauf sind - Klone. Mit Namen wie Haidegg 13.

Die steirische Weinkönigin Katja I (Bild: Karin Bergmann)
Die steirische Weinkönigin Katja I

Steinbauer: „Wir haben bereits vor 30 Jahren mit dem Klonen begonnen und können schon auf 28 amtlich anerkannte Klone zurückgreifen.“ Diese kann sich der Bauer im jeweiligen Zuchtbetrieb holen. Mit dem Klon, den man sich als „verholzten Trieb“ vorstellen kann, werden dann die eigenen Weinstöcke veredelt und damit widerstandsfähiger gemacht. „Das macht man für gewöhnlich bei unseren gängigen Hauptsorten.“

Neue Namen erobern die Weinwelt
Die zweite wesentliche Entwicklung sind die Piwis, ganz neue und wie der Name schon sagt, pilzwiderstandsfähige Sorten. „Das ist das zukünftige Angebot für den Bioweinbereich. Wir müssen sie nur noch dem Kunden näher bringen und sie ihm schmackhaft machen. Denn schmackhaft sind sie.“ Und sie tragen außergewöhnlich klingende Namen wie Muscaris, Souvignier gris, Solaris, Blütenmuskateller. „Bei diesen Sorten haben wir auch die stärksten Zunahmen.“

Leonhard Steinbauer von der Versuchsanlage Haidegg (Bild: Furgler)
Leonhard Steinbauer von der Versuchsanlage Haidegg

Solche gibt es auch bei Weißburgunder, Blauem Wildbacher, Welschriesling. Der Sauvignon ist die Leitsorte der Steiermark geworden, Sämling und Traminer bleiben konstant, der Zweigelt geht zurück. Gestiegen in den letzten Jahren bei der Beliebtheit ist der Muskateller.

Mehr Rotwein
Werden wir jetzt ein Rotweinland, Herr Steinbauer? „Wir werden künftig sicher mehr Rotwein herstellen und müssen uns auch auf spätreifende Weißweinsorten spezialisieren.“ Und auch vermehrt nachts lesen.

„In Istrien etwa erntet man nur nachts! Denn sobald die Traube aufgewärmt wird, fängt die Maische zu gären an, und das ist nicht gut für den Prozess.“ Der frühe Vogel macht also den besten Wein…

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