Mi, 22. August 2018

Prozess in Graz:

19.07.2018 16:14

Lenkerin rammte nach Fahrfehler Arbeiter - tot!

Der 6. Dezember 2017 wurde zum Schicksalstag für eine Familie. Es war der Tag, an dem eine Lenkerin im oststeirischen Bierbaum einen Straßenarbeiter trotz greller Arbeitsmontur übersah und rammte. Der Familienvater dürfte auf der Stelle tot gewesen sein. Die Lenkerin wurde gestern nicht rechtskräftig zu einer bedingten Haft- und Geldstrafe verurteilt.

Jeden Tag, erzählte die Frau, fährt sie diese Strecke zur Arbeit. 33 Kilometer, die sie in- und auswendig kennt. Auch jene Stelle, die ihr und vor allem einem Straßenarbeiter am 6. Dezember letzten Jahres zum Verhängnis wurde. Die Mutter zweier Kinder befand sich am Weg nach Hause. Dass sie schneller als erlaubt gefahren sein soll, daran kann sie sich nicht erinnern. Bei einer Verkehrsinsel bemerkte sie einen Lkw, ihm gegenüber Straßenarbeiter in grell-orangen Arbeitsmonturen.

„Plötzlich ein lauter Knall, die Windschutzscheibe war kaputt. Ich bin stehengeblieben und war geschockt, als ich den Mann im Gras gesehen habe“, schildert sie Richter Martin Wolf die tragischen Szenen. Ein Fahrfehler war schuld. Dort, wo sie links einlenken hätte müssen, fuhr sie geradeaus auf die Bordsteinkante und erfasste einen Arbeiter und Familienvater. „Ich habe ihn einfach nicht gesehen“, beteuert sie. Gerichtsmedizinerin Regina Gatternig zählt die zahlreichen Verletzungen des Opfers auf. Für sie ist klar: „Der Mann war sofort tot.“ Vielleicht ein kleiner Trost für seine Familie.

Richter Martin Wolf befindet die Lenkerin der grob fahrlässigen Tötung schuldig und verurteilt sie zu 2880 Euro Geldstrafe und einer bedingten Haft von drei Monaten. Dazu kommen je 1000 Euro Schmerzensgeld für die Frau des Verstorbenen und seine zwei Kinder. Das Urteil ist nicht rechtskräftig!

Monika Krisper
Monika Krisper

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