Mo, 22. Oktober 2018

Kritik an Schickhofer

15.07.2018 08:15

Roter Gewerkschafter: „Bei uns ist Feuer am Dach“

Das Kesseltreiben der roten Gewerkschafter gegen den steirischen SPÖ-Landeschef Michael Schickhofer geht weiter. Grund ist eine Abstimmung über den 12-Stunden-Tag im Landtag. Die Gemüter sind erhitzt: „Bei uns in den Betrieben ist Feuer am Dach!“

Nix ist mit sommerlichem Frieden, vor allem nicht in der steirischen SP. Der politische Mitbewerb stichelt - etwa, wir berichteten, dass der LH-Vize sich gerne als Landeshauptmann ausgibt. Gut, das mag Michael Schickhofer locker aushalten. Gar nicht locker dagegen ist, was die roten Gewerkschafter aktuell für ein Kesseltreiben inszenieren.

Der Anlassfall ist bekannt, das Abstimmungsverhalten der SP-Abgeordneten in Sachen 12-Stunden-Tag im steirischen Landtag. Die Koalitions-Disziplin - es gibt einen Pakt zwischen VP/SP, sich bei Bundesthemen nicht zu überstimmen - hat die Genossen in Rage gebracht.

„Die Leute sind zornig“
Speerspitze der Revolution ist der mächtige Konzern-Betriebsratschef der voestalpine, Josef „Sepp“ Gritz. „Bei uns in den Betrieben ist Feuer am Dach. Die Leute sind nicht nur verstimmt, die sind, höflich formuliert, zornig. Nicht nur auf den Schickhofer, sondern auf alle SP-Mandatare. Wie kann man das Haupt- und Sorgenthema der Arbeitnehmer nur so herunternudeln?“

Der streitbare Gewerkschafter nimmt das Wort Rücktritt zwar (noch) nicht direkt in den Mund, er sei allerdings schwer angefressen. „Ich war ein Fan von Michael Schickhofer, jetzt bin ich sehr enttäuscht. Ihm ist in den letzten Monaten - nicht nur in Sachen Arbeitszeitgesetz - einiges entglitten.“

Nachfolger werden ins Spiel gebracht
Währenddessen ist - die Plattitüde sei gestattet - das Nachfolgekarussell munter angeworfen. Ob das jetzt Ex-Minister Jörg Leichtfried ist, das südsteirische Polit-Schwergewicht Josef „Beppo“ Muchitsch oder der Trofaiacher Bürgermeister Mario Abl.

Immer öfter zu hören auch Landtagspräsidentin Bettina Vollath, die schon wegen ihres relativ hohen Bekanntheitsgrads die Kohlen gegen VP-Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer aus dem Feuer holen soll. Allerdings gibt es auch Ressentiments wegen ihrer bürgerlichen Herkunft. Sie sei halt nicht in der roten Wolle gefärbt...

Neuwahlen könnten Folge sein
Sollten die Roten ihren Chef wirklich abschießen, kann man davon ausgehen, dass es im Land sehr bald vorgezogene Wahlen gibt. Denn kommt Schützenhöfer der Partner abhanden, gibt’s keinerlei Grund mehr die Periode fertig zu machen, der Koalitionspakt wäre null und nichtig.

Gerhard Felbinger
Gerhard Felbinger

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