So, 16. Dezember 2018

Tarife gesenkt

11.07.2018 18:02

Mobile Pflege kostet ältere Steirer jetzt weniger

Für die meisten älteren und pflegebedürftigen Steirer ist es ein Herzenswunsch, so lange wie möglich zu Hause leben zu können. In der Steiermark wurden nun die Tarife für mobile Pflege gesenkt - im Schnitt ersparen sich die 17.000 Klienten ein Viertel der Kosten. Ein Problem bleibt aber: die Suche nach neuen Pflegekräften.

Ein Jahr ist es schon her, dass im Nationalrat ein Beschluss fiel, der bis heute für viel Kopfzerbrechen sorgt: Es darf jetzt nicht mehr auf das Vermögen von Pflegeheimbewohnern zugegriffen werden. Ein Heimplatz wird dadurch finanziell „attraktiver“, der Zulauf zu den ohnehin ausgelasteten steirischen Heimen größer.

Eine Maßnahme, um gegenzusteuern, ist die Tarifsenkung für mobile Pflege- und Betreuungsdienste (Volkshilfe, Hilfswerk Caritas, SMP, Rotes Kreuz). Sie gilt seit Anfang Juli. Der neue Tarif errechnet sich aus dem Nettoeinkommen des Klienten und ist auch abhängig davon, ob etwa diplomiertes Personal oder eine Heimhilfe zum Einsatz kommen. Im Schnitt sinken die Betreuungskosten um 25 Prozent, vor allem Niedrigverdiener sollen stärker profitieren. „Bisher zahlten unsere Klienten im Schnitt 32 Euro pro Stunde, künftig 24 Euro“, rechnet Gottfried Lautner vom Sozialmedizischen Pflegedienst vor.

Stationäre Pflege bleibt deutlich teurer
Die Lücke schließen das Land, das künftig zusätzliche sieben Millionen Euro in die Hand nimmt (derzeit: 34 Millionen Euro im Jahr), und die Gemeinden. Noch immer ein Pappenstiel im Vergleich zu den 441 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln für stationäre Pflege in der Steiermark (Tendenz stark steigend).

Eine Herausforderung betrifft alle Pflegebereiche: Es wird zusehends schwieriger, ausreichend Personal zu finden, wie etwa Werner Weinhofer vom Roten Kreuz berichtet. Laut Gesundheitslandesrat Christopher Drexler gibt es erstmals Probleme, genügend Bewerber für die Pflegeschulen des Landes zu finden. Mit einer Stiftung und Kampagnen will man gegensteuern.

Jakob Traby
Jakob Traby

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