Lob und auch Tadel

Flexiblere Arbeitszeit sorgt für Schlagabtausch

Tirol
15.06.2018 12:54

Das geplante Gesetz zur flexibleren Arbeitszeitregelung hat erwartungsgemäß zu unterschiedlichsten Reaktionen geführt: Während die Arbeiterkammer Tirol und der ÖGB schäumen und von „Zerstörung des Familienlebens“ sprechen,  sind Wirtschaftsbund und Wirtschaftskammer voll des Lobes.

„Das ist der Beginn der mutwilligen Zerstörung unserer Gesellschaft, vor allem unseres Familien-, Vereins- und Soziallebens“, poltert der Tiroler Arbeiterkammerpräsident Erwin Zangerl (ÖVP) gegen die schwarz-blaue Regierung. „Als christlich-sozialer schwarzer Arbeitnehmervertreter schäme ich mich für diese neoliberale Politik, die diese unsozialen Türkisen derzeit betreiben. Die Industrie hat vor den Wahlen in die Regierung investiert und verlangt jetzt ihren Anteil“, erklärt Zangerl, der in der Vergangenheit bereits mehrmals als vehementer Kritiker von Schwarz-Blau auftrat

„Hinterhältger Anschlag auf Familien“
Aus Angst, dass dieser „hinterhältige Anschlag auf die Arbeitnehmer und ihre Familien„ von den Interessenvertretungen, Verbänden und NGOs in der Luft zerrissen werde, komme die geplante gesetzliche Verschlechterung nicht einmal mehr in den normalen Gesetzes-Begutachtungslauf, sondern soll im Wirtschaftsausschuss des Parlaments abgehandelt werden. “Wie feig ist denn das?“, fragte der Tiroler AK-Chef.

„Schwarzer Tag für die Arbeitnehmer“
Erwartungsgemäß scharfe Kritik kommt auch von Tirols ÖGB-Chef Philip Wohlgemuth. „Gestern war ein schwarzer Tag für die Arbeitnehmer. Hinter der sogenannten ‘Arbeitszeitflexibilisierung‘ versteckt sich nichts anderes als eine Ausweitung der Arbeitszeiten. Freiwilligkeit wird es in sehr vielen Fällen nur mehr auf dem Papier geben", meinte Wohlgemuth.

WK Tirol: Win-win-Situation für Mitarbeiter und Betriebe
Als „zukunftsweisenden Schritt“ sieht der Präsident der Tiroler Wirtschaftskammer, Jürgen Bodenseer, die geplante Regerlung. Die Flexibilisierung sei eine Win-win-Situation für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. „Einerseits können die Betriebe durch die fallweise Ausdehnung der Arbeitszeit auf 12 Stunden Auftragsspitzen besser abdecken. Andererseits können Mitarbeiter abseits solcher Spitzenzeiten ihre Freizeit wesentlich individueller gestalten - eine Möglichkeit, die die meisten Arbeitnehmer auch in Bezug auf die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sehr schätzen“, betont Bodenseer.

WB-Chef Hörl voll des Lobes
Voll des Lobes zeigte sich auch ÖVP-Wirtschaftsbundchef Franz Hörl. „Was lange währt, wird endlich gut“, beurteilte er die Reform der Regierung. Mit der Umsetzung dieser zentralen Forderung an eine moderne Arbeitswelt stärke Österreich seine Standortattraktivität und damit auch seinen Arbeitsmarkt massiv.

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