Di, 23. Oktober 2018

Hanns Schell ist 80

03.06.2018 05:30

„Ich genieße jeden Tag!“

Als Museumsdirektor ist er ähnlich erfolgreich wie als Unternehmer. Doch seine große Liebe bleiben die Berge - und zwar die ganz, ganz hohen: Mit fünf Erstbesteigungen krönte sich der Grazer Industrielle Hanns Schell zum König der Siebentausender. Am heutigen Sonntag wird er 80 Jahre alt.

Rüstig marschiert der Jubilar durch sein Museum in der Wiener Straße 10. Weil er seine Berge schwer mit nach Hause tragen kann, frönt er seit Jahrzehnten einer anderen Sammelleidenschaft: Eisengusskunst, Schlüssel, Schlösser. 13.000 Exponate präsentiert er heute auf 2500 Quadratmetern - kostbarste Schätze aus aller Welt.

Die Berge im Blut
Das Sammeln begann bei Schell mit dem Reisen. Und das Reisen kam mit dem Bergsteigen. „Das hab’ ich im Blut“, so Schell. „Meine Eltern waren Bergsteiger. Mit fünf wollte ich jeden Tag auf den Schöckl.“

Es sollten noch weit höhere Gipfel werden. Vor 54 Jahren machte sich der damals 26-Jährige auf ins Karakorum - und leistete zusammen mit den Kameraden Rudi Pischinger, Leo Schlömer, Horst Schindlbacher und Rolf Widerhofer Großes: Trotz widrigster Bedingungen bezwangen sie als bisher Einzige den 7414 Meter hohen Momhil Sar.

Geschäftsführer bei Odörfer
Ein Jahr später übernahm Schell von seinem Vater die Geschäftsführung bei Odörfer, die der sechsfache Familienvater mittlerweile längst an seine Söhne weitergegeben hat. Und der Unternehmer blieb den Bergen treu - auch weil seine Liselotte, die er vor 56 heiratete, die Liebe zu den Bergen teilt. „Wir haben uns am Berg kennen gelernt. Es ist ein großes Glück, wenn beide diese Sehnsucht haben“, ist Schell dankbar, dem weitere vier Erstbesteigungen von Siebentausendern gelangen - ein weltweiter Rekord.

Von den 14 Achttausendern hat Schell vier in seiner Sammlung: Hidden Peak, Nanga Parbat, Gasherbrum II, Shisha Pangma. Der Everest fehlt, obwohl der Grazer 1978 dabei war, als Reinhold Messner und Peter Habeler ohne künstlichen Sauerstoff Geschichte schrieben. Schell war damals in der zweiten Gruppe, deren Gipfelangriff daraufhin abgeblasen wurde.

Und heute? Heute sei er froh, wenn er es auf den Kulm (975 Meter) schaffe, sagt Hanns Schell, den vor 20 Jahren die Diagnose „Lungenhochdruck“ ereilte. „Die Ärzte haben mir damals noch fünf Jahre gegeben, aber ich halte mich ganz gut. Und ich genieße jeden Tag!“

Matthias Wagner
Matthias Wagner

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