Mi, 12. Dezember 2018

Ministerium entschied

17.05.2018 06:00

Umstrittene Fusion von Schulen wird aufgeschoben

Sie sind Nachbarn und bisher dennoch getrennt: das Alte und das Neue Gymnasium in Leoben. Als im Vorjahr eine Zusammenlegung erfolgen sollte, gab es heftige Proteste, auch von den Schülern. Die Fusion wurde auf heuer verschoben. Doch vorerst bleibt alles beim Alten, wie jetzt das Bildungsministerium entschied.

Durch die Zusammenlegung würde eine Einheit mit etwa 1100 Schülern und mehr als 100 Lehrern entstehen. Eine Größe, die vor allem im Alten Gymnasium auf Widerstand stößt. „Wir befürchten steigende Klassengrößen und einen Identitätsverlust“, sagte ein Schülervertreter bei den Protesten im vergangenen Mai. Damals versammelten sich 400 Jugendliche im Hof, stülpten sich nummerierte Sackerln über den Kopf und formten ein großes „NO“.

Um die aufgeheizte Stimmung zu beruhigen, wurde damals beschlossen, die Fusion um ein Jahr aufzuschieben. Administrator Martin Baumann übernahm nach der Pensionierung des bisherigen Direktors interimistisch die Leitung des Alten Gymnasiums.

“Langsam wachs ma z‘amm“
Kommt jetzt ein Jahr später die Fusion? Nein! Wie der Landesschulrat der „Krone“ bestätigte, bleibt der aktuelle Status auch im nächsten Schuljahr. Zeitgleich arbeiten Baumann und Eva Tomaschek, Direktorin im Neuen Gymnasium, im Auftrag des Landesschulrats an einer schrittweisen Zusammenführung.

So wurde schon eine gemeinsame EDV-Netzwerk-Infrastruktur aufgebaut, die Schüler können unverbindliche Übungen und Freigegenstände in beiden Schulen wählen, es gibt eine gemeinsame „Chill-out-Zone“ und eine Angleichung der Stundenzeiten. Der nun gewählte Weg dürfte in Anlehnung an ein Wolfgang-Ambros-Lied lauten: „Langsam wachs ma z’amm…“

Jakob Traby
Jakob Traby

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