Do, 16. August 2018

Trotz Verkehrschaos

16.05.2018 10:59

Kaum Unfälle beim „Shared Space“ in Graz

Graz war Anfang der 1990er-Jahre die erste Stadt in Europa, die Tempo 30 flächendeckend auf Nebenstraßen einführte. In einer Großstadt, die wie die Murmetropole stark wächst, braucht es manchmal ungewöhnliche Maßnahmen, um den Verkehr zu beruhigen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Sonnenfelsplatz. Die neuen Verkehrsregeln haben sich bewährt, wie die Unfallstatistik beweist.

Lokalaugenschein beim „Shared Space“ am Sonnenfelsplatz: Da kommt einiges zusammen - gleich fünf Straßen. Obwohl es am späten Dienstagvormittag waschelt, wuselt es dort nur so. Auf den ersten Blick wirkt der Verkehr chaotisch. Erst bei näherem Hinsehen bemerkt man, dass ein System dahinter steckt: nämlich, dass alle - Auto-, Bus- und Radfahrer sowie Fußgänger - aufeinander Rücksicht nehmen.

Als der Uni-Kreisverkehr 2011 zu einer Begegnungszone umgebaut wurde, befürchteten viele in der Stadt, dass die Unfallzahlen steigen würden. Das Gegenteil war der Fall. „Man kann sagen, dass sie sich seitdem halbiert haben“, sagt der Leiter des Straßenamts, Thomas Fischer.

In den drei Jahren vor dem Umbau gab es elf Unfälle mit Personenschaden, in den drei Jahren danach nur vier. 2015 steht kein einziger in der Statistik, 2016 drei - wobei bei einem ein alkoholisierter Radfahrer ohne Fremdeinwirkung zu Sturz kam. Für 2017 gibt es noch keine Zahlen.

Zwischenzeitlich gab es Überlegungen, am Dietrichsteinplatz und beim Felix-Dahn-Platz ebenfalls Begegnungszonen zu schaffen. „Beim Sonnenfelsplatz macht es Sinn, weil es dort eine gute Durchmischung gibt. Das ist anderswo nicht so gegeben“, erklärt Fischer, was dagegen spricht. Laut der Abteilung für Verkehrsplanung gibt es aktuell keine Pläne für weitere Begegnungszonen.

Beim Felix-Dahn-Platz probiert man stattdessen etwas anderes aus. Unlängst wurde dort (und an drei weitreren Orten in der steirischen Hauptstadt: in der Steyrer-, der Mariengasse und in der Floßlendstraße) der Zebrastreifen rot unterlegt. Man erhofft sich, dass die Autofahrer dadurch vorsichtiger sind.

Ernst Grabenwarter
Ernst Grabenwarter

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Steiermark
Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.