So, 19. August 2018

Land Steiermark

07.05.2018 06:14

Kampf dem nervigen Beamtendeutsch

Lange Schachtelsätze, viele Fremdwörter, Zahlenwirrwarr: Haben Sie sich auch schon einmal über die seltsame Sprache unserer Behördenvertreter geärgert? Zumindest in unserem Bundesland soll das gestelzte Amtsdeutsch in Zukunft der Vergangenheit angehören - dank des Projekts „Verständliche Steiermark“.

Einfach statt kompliziert! Das ist das Motto, das eine engagierte Projektgruppe rund um die Kommunikationschefin des Landes Steiermark, Inge Farcher, seit geraumer Zeit verfolgt. Im Visier: das nervige Beamtendeutsch, das sich von der Alltagssprache der Steirer deutlich abhebt und sofort eine Distanz zwischen Sprecher und Angesprochenem erzeugt.

„Stellen Sie sich vor, Sie bekommen einen Brief, lesen ihn mehrmals durch und verstehen trotzdem nicht, worum es geht“, erklärt Farcher die Beweggründe hinter der Initiative, mit der die Steiermark zum Österreich-Vorreiter wird.

Als erstes Bundesland sagt die Grüne Mark der Sprachbarriere in der Kommunikation mit Behörden den Kampf an, nimmt Briefe und Infoblätter sämtlicher Landes-Abteilungen und Bezirkshauptmannschaften  unter die Lupe. Vier Arbeitsgruppen bearbeiteten in den vergangenen Monaten diverse Schriftstücke und schlugen Änderungen vor: positiv statt negativ formulieren, Menschen persönlich ansprechen, freundlich sein, geschlechtergerecht formulieren, keine Wortungetüme verwenden!

Ob das auch gelungen ist, soll jetzt eine Bürgerjury beurteilen: „Sie sind die Experten, sie müssen die Schriftstücke ja verstehen“, so Inge Farcher. Die Jurysitzung findet am 25. Mai statt, Teilnehmer werden gesucht!

Interessierte können sich bis 16. 5. unter kommunikation@stmk.gv.at anmelden.

Gerald Schwaiger
Gerald Schwaiger

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