Sa, 20. Oktober 2018

18 Monate Gefängnis

19.04.2018 06:50

Opfer „angetanzt“, dann griff Algerier zu

Dass dieser Typ aus dem Verkehr gezogen wurde, dürfte viele Benutzer des Innsbrucker Hauptbahnhofs freuen: Ein Algerier (37) hatte die Masche des „Antanzens“ perfektioniert, den Opfern fischte er geschickt Wertsachen aus der Kleidung. Am Landesgericht gab es nun die Quittung dafür - insgesamt 18 Monate Haft.

„Ich bin begeistert von meinen flinken Fingern“, gab der Angeklagte vor Richterin Helga Moser unumwunden zu. Bei Frau Rat hielt sich die Begeisterung über die Trickdiebstähle freilich arg in Grenzen.

Auf Passanten am Hauptbahnhof abgezielt
Was war passiert? Beginnend mit November 2017 hatte sich der wohnungslose Algerier am Innsbrucker Hauptbahnhof herumgetrieben. Geschickt verwickelte er arglose Passanten in Gespräche, tanzte um sie herum, fuchtelte mit den Armen oder hakte ein Bein bei den Opfern an. Bevor diese die Situation richtig einschätzen konnten, waren Geldbeträge (bis zu 700 Euro), Handys oder im besten Fall nur Zigaretten weg. Laut Anklage soll der 37-Jährige insgesamt elfmal zugeschlagen haben.

Taten auf Videoüberwachung
Ausflüchte waren beim Prozess vergeblich, denn etliche Taten waren durch Überwachungskameras genau dokumentiert.Gebrechliche und Frauen wurden verschontWenigstens eines konnte man dem Algerier zugute halten: Er betonte, alle Frauen und auch ältere Menschen stets verschont zu haben. Davon zeugt auch die Liste der Geschädigten, die nur männliche Namen aufweist. Auf dem Schaden werden die Opfer aber wohl sitzen bleiben. Die Richterin verhängte zwölf Monate Haft, plus sechs Monate aus einer bedingten Verurteilung. Der 37-Jährige nahm dies an, dankte sogar.

Andreas Moser
Andreas Moser

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