Mo, 19. November 2018

Grazer Großprojekte

15.04.2018 06:37

„Wos brauch‘ ma denn des?“

Intensiv wird in Graz gerade der Bau einer U-Bahn bzw. Mini-Metro und einer Stadtseilbahn diskutiert. In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten gab es immer wieder Bauprojekte in Graz, die auf zum Teil massiven Widerstand gestoßen waren. „Wos brauch‘ ma denn des?“, war da nicht selten zu hören. Ein Rückblick auf den „langen 6er“, das Kunsthaus, die Stadthalle usw.

40 Millionen Euro für das Kunsthaus, sieben Millionen für die Murinsel - so mancher Grazer tippte sich damals an die Stirn, vertraute den Erfolgsversprechen rund um „Graz 03“ (Kulturhauptstadtjahr) so gar nicht.

Grazer gegen Kunsthaus
Für das Kunsthaus musste damals das „Eiserne Haus“ weichen (Teile der Fassade blieben erhalten). Es verschwand quasi über Nacht, was für Ärger sorgte. Dem Bau eines Kunsthauses waren jahrelange politische Streitereien vorangegangen. So waren erst der Pfauengarten und dann der Schloßbergplatz als Standorte im Gespräch. Per Volksentscheid stimmten die Grazer 1998 klar gegen das Projekt auf dem Schloßbergplatz, auch weil die Blauen dagegen mobil gemacht hatten.

Fakt ist: Bis heute profitiert die Stadt von „Graz 03“ - vor allem touristisch.

Massiven Widerstand gab es gegen die Verlängerung der Bim-Linie 6 im Jahr 2005. Die hätte, so die Kritiker, bloß massive Kosten und erhöhten Lärm für die Anrainer zur Folge.

Bürgermeister stürzte
Ein anderes, schlussendlich nicht umgesetztes Verkehrsprojekt brachte in Graz sogar einen Bürgermeister zu Fall. Gustav Scherbaum hatte Ende der 1960er-Jahre die wahnwitzige Idee, die Pyhrnautobahn quer durch Eggenberg zu führen. Das Ergebnis: Scherbaum wurde 1973 abgewählt. Statt der Eggenberger Trasse wurde ab 1978 der Plabutschtunnel gebaut. 2004 ging die zweite Röhre in Betrieb.

Kein Selbstläufer war auch der Bau der Stadthalle Anfang der 2000er-Jahre um mehr als 30 Millionen Euro. Weder die hohen Kosten noch die Architektonik von Klaus Kada waren jedermanns Sache. Viel Kritik war damals aus den Reihen der Kommunisten zu hören.

Millionen-Haftung
Baulich nicht so spektakulär aber nicht minder kontrovers ging es in Sachen Thalia und Kommodhaus zu. Streitereien mit der Unesco in Sachen Weltkulturerbe führten zu teuren und peinlichen Verzögerungen beim Thalia-Umbau. Bis die Stadt 2011 eine Haftung von 18 Millionen Euro für den Eigentümer einging (unter Schwarz-Grün, gegen den Willen der Grünen).

Allen Grazern in Erinnerung sind gewiss noch die Proteste gegen den Bau des Murkraftwerks. Widerstand gibt es ja auch gegen den mehr als 80 Millionen Euro teuren Speicherkanal.

Erstaunlich ruhig hingegen ist der Bau des Südgürtels über die Bühne gegangen.

Gerald Richter
Gerald Richter

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