28.03.2018 06:49 |

Galerie „2C for Art“:

Einmal übers Wasser schreiten

 Wolfgang Volz präsentiert seine Fotografien von Christos „Floating Piers“:

Als Christo 2016 seine „Floating Piers“ – 220.000 Kunststoffwürfel mit dahliengelb-schimmernden Polyamidgewebe überzogen – im Iseo-See installierte, ließen sich an 16 Tagen 1,2 Millionen Menschen die Chance nicht entgehen, einmal übers Wasser zu schreiten. Sollten Sie bei der „Landschaftsverzauberungsaktion“ des bulgarischen Künstlers, die von Sulzano bis zu den Inseln Monte Isola und San Paolo reichte, nicht dabei gewesen sein, bietet sich jetzt die Gelegenheit – zumindest mit ein wenig Vorstellungskraft.

In der Galerie „2 C for Art“ werden zu den Osterfestspielen nämlich die Aufnahmen, mit denen der deutsche Fotograf Wolfgang Volz dieses einzigartige Ereignis für die Ewigkeit festhielt, präsentiert. Insgesamt handelt es sich um 16 Fotografien in limitierter Auflage, die den drei Kilometer langen Steg, der sich wie eine Fata Morgana über den Lago d’Iseo erstreckte, in den unterschiedlichsten Perspektiven zeigen.

„Sie wurden von Christo persönlich ausgesucht und signiert“, betonen Christian Gschwandtner und Christoph Haas. Dass der Verhüllungskünstler den Deutschen so ein Vertrauen schenkt, hat einen guten Grund. Die beiden sind, seit Volz 1971, damals noch als Student Christo und seine Frau Jeanne-Claude bei einer Ausstellung mit der Kamera einfing, nicht nur befreundet. Volz wurde auch die Ehre zu Teil alle seine Projekte wie z.B. die Verhüllung des Reichstags oder der „Pont Neuf“ in Paris, sowie die „Umbrellas“ (tausende Schirme vor der Küste Kaliforniens) exklusiv zu dokumentieren.

Als Hoffotograf sieht er sich aber nicht. Vielmehr als Künstler in fremder Mission mit einer eigenen Vision. Der 70-jährige beschränkt sich nämlich nicht nur aufs Fotografieren, sondern sucht mit Christo auch nach geeigneten Orten für seine Werke, koordiniert den Aufbau und besorgt sämtliche Materialien. Aktuell ist er als Projektleiter in London am Werk. Dort arrangiert Christo am Serpentine-See im Hyde-Park Ölfässer zu einer 20 Meter hohen Mastaba, die am 20. Juni präsentiert werden soll. Deshalb hat er den Salzburger Galeristen zur Vernissage auch kurzfristig abgesagt. Seine Fotografien sollte man in der Münzgasse aber dennoch in Augenschein nehmen, man hat nämlich wirklich das Gefühl man würde über die „Floating Piers“ spazieren.

Tina Laske
Tina Laske

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