So, 22. Juli 2018

Applaus bei Eröffnung

24.03.2018 22:44

Osterfestspiele Salzburg: „Tosca“ als Mafia-Drama

Die Osterfestspiele Salzburg wurden Samstagabend mit großem Applaus für Puccinis „Tosca“ im Großen Festspielhaus eröffnet. Regisseur Michael Sturminger verlegte die Handlung dazu in die Gegenwart, ließ sie allerdings in überaus prächtigen Nachbildungen der Originalschauplätze spielen. Anja Harteros sang dabei die Titelpartie der Operndiva in den Fängen der Mafia.

In das historisch aufgezogene Bühnenbild (Renate Martin und Andreas Donhauser) eingestreut finden sich immer wieder kleine Hinweise auf die Gegenwart, wie zum Beispiel ein Wasserspender oder ein Tretfahrrad in Scarpias Büro. Dazwischen kämpft Harteros als divenhafte Tosca um das Leben ihres Cavaradossi (Aleksandrs Antonenko). Darstellerisch geht ihre Tosca zeitweise in die Überzeichnung, doch mit ihrer Stimme zeichnet die deutsche Sopranistin ein vielschichtiges Charakterbild ihrer Rolle. Nicht umsonst wird Harteros auf der ganzen Welt in dieser Partie gefeiert.

Sturminger legt Tosca wie ein Mafia-Drama an und spielt bewusst mit dem Klischee: schmierige Schlägertypen, eine Schießerei in der Tiefgarage und Cavaradossis Hinrichtung auf dem Dach eines Hotels mit Leuchtschild, in dem Scarpia vermutlich sein Geld wäscht. Stets mit einem Augenzwinkern ist diese Inszenierung immer in Bewegung, ohne dass dabei die Musik in den Hintergrund gerät. Nur den Freitod lässt Sturminger seiner Tosca am Ende nicht. Sie und Scarpia müssen sich letztlich gegenseitig hinrichten.

So aufwendig wie die Bühnenausstattung legt Christian Thielemann auch sein Dirigat an, findet aber immer wieder Wege, die Sächsische Staatskapelle Dresden ganz ruhig in ihrer Farbenprächtigkeit klingen zu lassen. Dafür gibt es am Schluss noch einmal extra Applaus mit allen Musikern auf der Bühne.

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