Streit um Dividende

Ischgl entzweit - Gemeinderat steht kurz vor Auflösung

Tirol
07.10.2009 15:45
Ein Streit rund um die Silvretta Seilbahn AG hat die Tourismushochburg Ischgl entzweit. Der Bürgermeister, Erwin Cimarolli, möchte als Vertreter Ischgls und somit Hauptaktionär die Seilbahn AG zur Gewinnausschüttung an die Anteilseigner bewegen. Er will das Geld für "dringend notwendige Schutzbauten" einsetzen. Die Gemeinderäte stemmten sich aber gegen seinen Vorschlag. Nun will Cimarolli den Gemeinderat auflösen.

Der Mehrheitsantrag dazu liege bereits vor, so der Ischgler Bürgermeister am Mittwoch, der die Gemeinderäte nicht verstehen kann.

Die Seilbahn AG sitze auf 50 Millionen Euro. Zusammen mit den übrigen Nachbargemeinden im Tal besitzt Ischgl über 50 Prozent der Aktiengesellschaft. Es wäre recht einfach möglich, eine Gewinnausschüttung zu tätigen. So könnten dringend notwendige Sicherheitsmaßnahmen gegen Naturgefahren gesetzt werden, erklärte Cimarolli. Für solche Bauten seien lediglich zwischen zwei und drei Millionen Euro notwendig. Ein Betrag den die Silvretta Bergbahnen über Dividende beisteuern könnte. "Dem Unternehmen geht es schließlich gut", meinte Cimarolli.

Sein Antrag zur Auflösung des Gemeinderats wurde mit neun von 13 Stimmen angenommen. Darüber abgestimmt werden soll nun Ende Oktober.

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