Fr, 22. Juni 2018

„Anwälte“ der Umwelt

22.02.2018 06:10

Kampf um den Lebensraum

Die Weltbevölkerung wächst, auch in Salzburg leben laut neuer Statistik immer mehr Menschen. Platz zum Leben wird immer gefragter, auch teurer. Allerorts wird gebaut – Siedlungen und Gewerbegebiete entstehen, neue Straßen werden angelegt. 15 Hektar Boden braucht es in Österreich laut Umweltbundesamt täglich, die natürliche Umgebung schwindet dahin. Gerade für Pflanzen und kleine Tiere wird der Kampf um den Lebensraum enger. Die Salzburger Landesumweltanwaltschaft schaut drauf.

Das spüren vor allem Pflanzen und kleine Lebewesen: Amphibien oder Insekten. Der Grasfrosch ist stark gefährdet, auch Schmetterlinge kämpfen ums Überleben. Genauso Schwebfliegen, Wildbienen und Heuschrecken.  Die Spezialisten der Salzburger Umweltanwaltschaft setzen sich für die Natur ein. Nicht als Behörde, aber durchaus mit Parteienstellung in Verwaltungsverfahren.

Das stößt in der Bevölkerung nicht immer auf Verständnis: „Gerade wenn es um Bauprojekte geht, sind wir oft in der Kritik. Aber es ist halt unsere Aufgabe“, sagt Umwelt-Juristin Gishild Schaufler. „Es gibt viele Verbesserungsmöglichkeiten, von denen alle profitieren würden.“

Nur ein Thema das sich über die Jahre zugespitzt hat: Die intensive Landwirtschaft. „Die Häufigkeit von Mahd und Gülleausbringung, Flurbereinigung, also das Verschwinden von Hecken sowie Acker- und Wiesenrandstreifen. Die Biodiversität, also die Artenvielfalt, leidet“, weiß Biologin Sabine Werner.  Die Folgen werden erst später ersichtlich: Insekten verschwinden, auch als „Futter“ für andere Tiere, die Bestäubung von Obstbäumen ist gefährdet. Da hilft auch der von den Umwelt-Experten bemerkte „Trend“ zum eigenen Bienenstock nur wenig.

Derweil gäbe es Möglichkeiten – auch bei der Landwirtschaft: „Bio ist schon besser als konventionell, extensive Landwirtschaft ist am besten“, schildert Werner ein Szenario: „Eine verhältnismäßige, so genannte Kreislauf-Landwirtschaft, würde effizienter und nachhaltiger sein und letztlich sogar Arbeitsaufwand verringern. Man müsste sich nur damit beschäftigen“, so der Appell.  Das gilt auch für die moderne Raumordnung: „Wenn man Verbindungen zwischen den Lebensräumen fördert, könnte man vielen Arten helfen“, bekräftigt Biologin Susanne Popp-Kohlweiss.

Max Grill
Max Grill

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.