Mit einem Lächeln sitzt der 29-Jährige in Graz auf der Anklagebank, als könnte er kein Wässerchen trüben. In einem Indizienprozess, in dem er leugnet. Dass neun Autos und ein Haus (siehe Fotos) beinahe völlig zerstört wurden und er zu allen Brandorten ein Naheverhältnis hatte, beeindruckt ihn wenig: "Ich war das nicht!"
Eindeutige Indizien, aber kein Zeuge
"Es ist ein Prozess, geprägt von Indizien", erklärt Staatsanwalt Andreas Lenz. Und die Indizien seien ziemlich eindeutig. "Es gibt keinen einzigen Tatzeugen", betont der Verteidiger. Doch der 29-Jährige hatte zu allen Brandstätten ein nahes Verhältnis: das Motorrad seines ehemaligen Arbeitgebers, das Auto der Lebensgefährtin eines Freundes, mit der er Streit hatte, das Haus, in dem er mit seiner Ex-Frau wohnte oder auch das Haus, in dem deren Familie lebt.
Richter: "Gibt es so viel Zufall?"
"Das waren Sie nicht?", fragt Richter Erik Nauta. "Ich hab nichts angezündet", so der Beschuldigte. "Aber wenn's gebrannt hat, waren Sie ganz in der Nähe", wundert sich Nauta. "Gibt es so viel Zufall?", fragt der Staatsanwalt abschließend. Nein, entscheidet der Schöffensenat, die Indizienkette sei zu erdrückend: drei Jahre Haft. Der Angeklagte bat nach dem Urteil um drei Tage Bedenkzeit.
von Eva Molitschnig ("Steirerkrone") und steirerkrone.at









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