03.02.2018 06:49 |

Acht sind im Rennen

Kunstpreis des Landes

Schneewittchen und Alice im Wunderland

Während Alexandra Baumgartner bei der Jahresausstellung im Kunstverein noch züchtige Marienbilder zeigte,  schwindet bei der aktuellen Schau im Traklhaus zunehmend der Heiligenschein.  Ihre  Werke, die sie aus Fundstücken zusammenstellt, bringen nämlich  die düsteren und bedrohlichen Seiten des Lebens zum Vorschein.

Aus einem Sessel, der nur auf drei Beinen wankt und lediglich durch ein paar hauchdünne Fäden an der Wand befestigt ist, möchte man genauso wenig Platz nehmen, wie sich  in einem schwarz lackierten Spiegel  betrachten. Der gibt nämlich nicht die Schönste im ganzen Land Preis, sondern eine Silhouette, die eher an einen Geist, als an einen selbst erinnert. „Mich faszinieren bedrohliche Situationen, die die heile Welt ins Wanken bringen.“ Ob  Baumgartner damit den großen Kulturpreis des Landes abräumt wird  sich am 1. März zeigen.

Bis dahin lohnt es sich   auch  die anderen sieben Positionen in Augenschein zu nehmen.

Manfred Grübl, der gerade eine Ausstellung im Kunsthaus Nexus gestaltete, stellt in seiner Arbeit „Personal Installation“ die Rolle des Kunstrezipienten in Diskussion.  Er formierte dafür  in der Kurimanzutto Gallery Mexico Schauspieler und Tänzer im rechten Winkel zueinander, und ließ sie so bis zu drei Stunden ausharren.

Dass dies bei den restlichen Besuchern zu Irritationen führte, kann man sich vorstellen. Dennoch geht es Grübl dabei nicht um eine Provokation, sondern eine  Intervention – ein Eingreifen in den Kunst-Raum.  In einer anderen Arbeit warf er lange  vor dem Zeitalter von Drohnen und den Boom von Social Media einen Blick in Jedermanns Wohnzimmer, und machte so mit einer Krankamera bereits 2005 auf das Thema komplette Überwachung aufmerksam.

Eva Grubinger  überlebensgroße Installationen erinnern auf den ersten Blick  an Phallussymbole. Tatsächlich stecken aber Geschicklichkeitsspiele dahinter,  die uns auf der Suche nach des Rätsels Lösung schon alle Mal zur Weißglut brachten.

Nahezu unmöglich ist es auch Teil eines Bild zu sein. Christian Schwarzwald belehrt uns allerdings eines Besseren, und lässt uns in seine Zeichnungen  , wie Alice in Lewis Carrolls Wunderland eintauchen.

Tina Laske
Tina Laske
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