Parkplatz-Schwund

Breite Front gegen Grazer Verkehrspolitik

Steiermark
19.09.2009 14:47
Sukzessive - und oft klammheimlich - werden in Graz Parkplätze gekappt. Von fast allen Seiten hagelt es dafür Kritik an Verkehrsstadträtin Lisa Rücker (Grüne). Die verteidigt die Maßnahmen: "Wir suchen immer die verträglichste Lösung. Es geht um mehr Verkehrssicherheit und Beschleunigung für Bus und Bim."

Etwa 20 Parkplätze weg in der Josef-Huber-Gasse (Bild), 30 Parkplätze weg in der Humboldtstraße, 12 Parkplätze weg am Kaiser-Franz-Josef-Kai usw., ein Aderlass droht auch in der Merangasse. Geschäftstreibende und Anrainer protestier(t)en vergeblich.

Vor den Ursulinen können Eltern ihre Kinder nicht mehr aussteigen lassen, weil die Parkplätze auf die gegenüberliegende Straßenseite verlegt wurden, in der Sackstraße soll ein neuer Radabstellplatz errichtet werden - wieder zwei Parkplätze weniger und Probleme für die Geschäftsleute bei der Ladetätigkeit.

Kritik von allen Seiten
FP-Chef Mario Eustacchio: "Bei jeder Baustelle muss man Angst haben, dass es am Ende weniger Parkplätze gibt. Was vor den Ursulinen passiert ist, ist ein Schildbürgerstreich." VP-Bezirksvorsteher von Gries, Johann Haidinger: "Die Aktion in der Josef-Huber-Gasse ist reine Schikane!" Auch die Wirtschaftskammer kritisiert Rücker. Sabine Wendlinger-Slanina: "Es wird drübergefahren, etwa in der Sackstraße. Rücker spricht nicht einmal mit den Betroffenen." Und SP-Chef Wolfgang Riedler ergänzt: "Nur Parkplätze zu kappen ist keine Verkehrspolitik. Offenbar hat die VP ihren Koalitionspartner nicht im Griff."

Rücker bleibt gelassen: "Wir haben immer gute Gründe, etwa bessere Sicht auf den Kreuzungsbereich wie in der Humboldtstraße."

von Gerald Richter, "Steirerkrone"

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