750.000 Euro futsch!

Raffinierter Finanzmakler betrog 221 Kunden

Steiermark
18.09.2009 17:26
Dank der Anzeige eines Oststeirers haben Beamte des Landeskriminalamtes einen gewaltigen Betrug aufgedeckt. Ein 54-jähriger Niederösterreicher, seine Ehefrau und sieben Mitarbeiter sollen eine deutsche Versicherung um 750.000 Euro geschädigt haben. Nur ein Teil des Geldes wurde sichergestellt – in der Schweiz.

Bevor der dreifache Familienvater aufflog, hatten er und sein Team in der Steiermark, in Niederösterreich, Wien, Vorarlberg und dem Burgenland 221 Kunden begeistert. Kein Wunder, denn ihnen wurde eine hoch verzinste Lebensversicherung versprochen, bei der nur eine einzige Rate zu zahlen war.

Zum österreichischen Top-Verkäufer gekürt
Alle Verträge - von sieben Jahren aufwärts - schloss der Verdächtige mit einer deutschen Versicherung ab, die den 54-Jährigen daraufhin zum österreichischen Top-Verkäufer kürte und ihm im Voraus eine Provision von 1,2 Millionen Euro überwies. Das hätte sie lieber nicht tun sollen. Von diesem Geld beglich der Makler 18 Monate lang die Beiträge seiner Kunden. Dann stellte er seine Zahlungen ein, worauf die Kunden - die ja von Anfang an nur eine Rate begleichen wollten - die Verträge sofort aufkündigten.

Britische Briefkastenfirma mit Schweizer Konto
"Ein Oststeirer hat uns von den Machenschaften berichtet", sagt Wolfgang Baumgartner vom Landeskriminalamt: "Es hat einiger Anstrengung von unserer Seite bedurft, bis die Versicherung endlich reagierte." Von der Provision müssten noch 750.000 Euro übrig sein. Einen kleinen Teil hat die Justiz mittlerweile in der Schweiz auf dem Konto einer britischen Briefkastenfirma sichergestellt, der Rest ist unauffindbar. Die Versicherung will nun die Kunden zivilrechtlich klagen.

von Manfred Niederl, "Steirerkrone"

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