Sesselrücken bei SP

Landeshauptmann Voves “stanzt” Freunde

Steiermark
06.09.2009 16:12
Ratlosigkeit und Kopfschütteln dominieren aktuell die Landespolitik. Vom politischen Mitbewerber lediglich leicht gegen die Bande gecheckt, in Wahrheit unbedrängt, hat der ehemalige "Eishackler" Franz Voves, jetzt Landeshauptmann, gleich zu einer dramatischen Regierungsumbildung angesetzt. Offensichtlich, um sein Profil für die 2010er Wahl einigermaßen zu schärfen.

Wenn Voves schon bei einer einfachen Frage, wie der nach der Regierungsumbildung im Rahmen eines "Steirerkrone"-Interviews vor nicht einmal zwei Wochen (siehe Kommentar von Christoph Biró in der Infobox), nicht die Wahrheit sagt, dann darf man auch zu Antworten - etwa zur Stiftungsauflösung, oder zum Abschied seines Mentors Peter Schachner aus den vielen Aufsichtsräten - Vorbehalt anmelden.

Politische Opfer
Wie auch immer: Kurt Flecker (links im Bild) - nach ein paar Wochen Griechenland-Urlaub - und Helmut Hirt (rechts) werden geopfert. Aber es gibt - no na - auch für sie gut gepolsterte Sessel. Ersterer wird Landtagspräsident. Statt Siegfried Schrittwieser übrigens, seinem alten Weggefährten, der wiederum in die Regierung aufrückt. In Zukunft wird er für Personal und Soziales zuständig sein.

Machtvolle Position für Hirt
Helmut Hirt wiederum wird Landesamtsdirektor, Chef über 12.000 Beamte. Eine durchaus machtvolle Position, mit viel Gestaltungsspielraum. Warum Hirt gehen muss, ist schwer nachvollziehbar. Er hat immerhin die Chirurgiereform auf Schiene gebracht. Ihm den "Rucksack" Bad Aussee umzuhängen, ist in höchstem Maß unfair. Da haben ganz andere "Parteifreunde" Angst vor der eigenen Courage bekommen...

Grossmann als einzig neues Gesicht
So es bei diesen Rochaden überhaupt "Gewinner" gibt, dann ist Bettina Vollath erster Sieger. Die spannende Kultur und das heikle Spitalsressort sind künftig ihre Spielwiesen. Mit Elisabeth Grossmann, Nationalratsabgeordnete aus der Weststeiermark, gibt es das einzig wirklich neue Gesicht. Die Juristin stand schon mehrmals vor dem politischen Durchbruch. Sie wurde sowohl als Frauen-Staatssekretärin als auch als Ministerin gehandelt. In einem mittlerweile legendären TV-Mitschnitt hatte damals Kanzler Alfred Gusenbauer dem Landeshauptmann zwei Kandidatinnen für das Amt vorgeschlagen. Heidrun Silhavy oder eben Grossmann. Bei Letzterer senkte Voves damals noch den Daumen.

"Qualitativer Aderlass"
Die Mitbewerber jedenfalls sehen mit großen Interesse dem, was da kommen soll, entgegen. ÖVP-Klubchef Christopher Drexler ortet eine "Panikreaktion". Was Voves da zelebriere sei auch "qualitativer Aderlass". Seltenes Lob für scheidende Gegner. "Sesseltausch bringt keine Erneuerung. Was hat die Steiermark davon?", ärgert sich auch Grün-Klubobfrau Ingrid Lechner-Sonnek. "Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken", fällt BZÖ-Chef Gerald Grosz zur Causa ein. Nicht Flecker oder Hirt seien das Problem, sondern Voves selbst.

Alles schon da gewesen
Beobachtern fällt eine Duplizität auf. Genau so hat 2003 auch der Anfang vom Ende der ÖVP begonnen: Gerhard Hirschmann und Erich Pöltl weg, später Herbert Paierl. Ab dann war der Wurm drin, und Waltraud Klasnic war draußen.

"Steiermark Inoffiziell" von Gerhard Felbinger, "Steirerkrone"

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