Pfusch boomt

Krise lockt Schwarzarbeiter an

Steiermark
02.06.2009 09:15
In der Steiermark herrscht Pfusch-Alarm. Dass in Krisenzeiten die Schattenwirtschaft blüht, hat die "Steirerkrone" bereits berichtet. Doch jetzt hat sich die Situation verschärft: Österreichweit wurden heuer schon 3.673 Fälle aufgedeckt, Tendenz steigend!

Drei Wirtschaftskammer-"Sheriffs" und Dutzende  KIAB-Beamte (Kontrolle für illegale Arbeitnehmerbeschäftigung) sind im Dauerstress: In Krisenzeiten wie diesen ist Schwarzarbeit gefragt wie nie, Billigkräfte aus dem Ausland "überschwemmen" die Steiermark! 

Mehr Kontrollen als im Vorjahr
Musste die Wirtschaftskammer wegen Verdachts auf unbefugte Gewerbeausübung im Vorjahr 750-mal erheben, dürfte die Zahl der Anzeigen heuer weit darüber liegen. "Wir haben bereits um 15 bis 20  Prozent mehr Kontrollen als im Vorjahr durchgeführt", bestätigt Finanzexperte Leopold Strobl. Und zwar nicht nur auf Baustellen, sondern auch auf diversen Flohmärkten im Land.

637 Anzeigen von Jänner bis April
Drei Milliarden Euro entgehen in der Grünen Mark 2009 dem Fiskus, schätzen Fachleute. Das ärgert nicht nur "ehrliche" Unternehmer, sondern auch das Finanzministerium, das mittlerweile 332 Ermittler auf "Streife" schickt. In den ersten vier Monaten dieses Jahres wurden österreichweit bereits 3.673 Pfuscher – die meisten kommen aus dem Ausland – erwischt. Aber auch immer mehr Arbeitslosengeld-Bezieher gehen aktuell illegalen Tätigkeiten nach: 637 Anzeigen gab's von Jänner bis April! 

Das lässt Finanzminister Pröll wettern: "Schwarzarbeit ist Betrug am Steuerzahler. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kann niemand dafür Verständnis haben!"

von Gerhard Felbinger und Gerald Schwaiger, "Steirerkrone"

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