Kaufsucht finanziert

31-Jährige stahl eine Million vom Firmenkonto

Steiermark
21.01.2009 11:19
400 Leibchen, 150 Paar Schuhe, Unmengen von Lebensmitteln - all das hat man in der Wohnung einer 31-Jährigen gefunden. Dazu 300 Kochbücher und zehn Flaschenöffner. Die Frau litt unter einem Kaufrausch. Angeklagt war sie in Leoben, weil sie mehr als eine Million Euro vom Konto ihres Dienstgebers auf ihre privates transferiert hatte.
"Ich war selbst schockiert, als mir die Polizisten die Schadenssumme gesagt haben", stammelt die 31-Jährige vor Gericht. Zweimal geschieden, seit dem 12. Lebensjahr leidet sie an Bulimie, dazu kommen Panikattacken und Existenzangst. Eine kranke Frau.

Unmengen sinnloser Einkäufe getätigt
Das Verbrechen der Untreue war angeklagt. Immer wieder hatte sie als Sachbearbeiterin im Verrechnungswesen Geld vom Firmen- auf das eigene Konto überwiesen. Und damit Unmengen sinnloser Einkäufe finanziert. Zunächst waren es "nur" 5.000 bis 6.000 Euro, die pro Monat das Konto wechselten, zuletzt aber 50.000 bis 60.000. Klar, dass die Sache aufflog. 

Urteil: 30 Monate, davon 20 bedingt. Das Gericht berücksichtigte unter anderem ein vom Sachverständigen diagnostiziertes Borderline-Syndom als Milderungsgrund.

von Heinz Weeber, "Steirerkrone"

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