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Androsch verteidigt “sehr schmerzhafte” Maßnahmen bei AT&S

Steiermark
21.11.2008 12:03
Hannes Androsch hat die Freisetzung von über einem Drittel der Belegschaft beim Leiterplattenhersteller AT&S, dessen Aufsichtsratschef und Miteigentümer er ist, verteidigt. Dieser Schritt sei "sehr schmerzhaft", es sei aber darum gegangen, "Schlimmeres zu verhindern". Er sei verbunden mit einer Vorwärtsstrategie und einem "vernünftigen Modell" für die Betroffenen, zu dem man hoffentlich mit dem AMS und der Gewerkschaft kommen werde.

80 Prozent der bisher in Leoben-Hinterberg erzeugten Elektronikbestandteile werden bereits in Fernost erzeugt, sagte Androsch am Mittwochabend im "Grazer Businessforum". Man strebe eine "intelligente Übergangslösung" für die Betroffenen an, indem man die qualifizierten Arbeitnehmer "garagieren" und die Nicht-Qualifizierten qualifizieren möchte. 

"Gestärkt aus Krise hervorgehen"
Mit einer neuen Strategie (laut Geschäftsleitung soll Leoben als Technologietreiber und Spezialist für Prototypen- und schnelles Geschäft für die AT&S Gruppe fungieren, Anm.) hoffe er, dass das Unternehmen aus der Wirtschaftskrise, deren Talsohle in eineinhalb, zwei Jahren überwunden sein werde, gestärkt hervorgeht. Die Gewinne, die man zuletzt eingefahren habe und die für Kritiker im Widerspruch zu den Beschäftigtenmaßnahmen stehen, stammten aus Shanghai. Im Übrigen würden auch gleiche Lohnkosten in Indien an der Marktverschiebung nichts ändern.

"Klotzen, nicht Kleckern"
Brüsk wies Androsch vorgehaltene Angriffe von Politik und Interessensvertretungen, etwa der Arbeiterkammer, zurück: Diese kämen - gemeinsam mit guten Ratschlägen - "von Leuten, die noch nie ein Unternehmen, auch keinen Würstelstand, geführt haben". Der ehemalige Finanzminister und Vizekanzler geißelte wiederholt Tendenzen der "Deindustrialisierung" und "Regulierungs- und Bürokratiewahn" und vertane Chancen am Energiemarkt. Jetzt sei "Klotzen, nicht Kleckern" die Devise, Maßnahmen müssten "rasch, groß und energisch" erfolgen.

Das Bankenhilfspaket, das Androsch, der auch Vizechef des Aufsichtsrats der neuen "Banken-ÖIAG" ist, als eine kluge Vorsichtsmaßnahme bezeichnet hatte, sei ein wichtiger Schritt zur Belebung des Geldverleihgeschäfts und der Investitionen. Alle die darum ansuchten, müssten aber wissen, dass die Kredite österreichischen Unternehmen und Häuselbauern zugutezukommen haben und nicht in andere Länder gehen dürfen, wo man sich vielleicht bessere Erträge erhoffe. Diesen Kurs werde man "aushalten", ansonsten werde er sich aus der Funktion zurückziehen, so Androsch.

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