Sein älterer Bruder hatte sich schon vor Monaten auf einer Baustelle am Knöchel schwer verletzt, also arbeitete der 38-jährige Herbert F. am Donnerstag allein im elterlichen Wald auf dem Dorfberg bei Spital am Semmering. Mangels Zeugen lässt sich nur vermuten, wie die Tragödie vermutlich gegen elf Uhr in 970 Metern Höhe geschah.
Während der Obersteirer von einer Fichte den letzten Ast abschnitt, muss der 30 Zentimeter dicke Stamm auf dem abschüssigen Gelände (laut Experten 30 bis 35 Grad) ins Rollen gekommen sein. Herbert F., der vorschriftsmäßig angezogen war, wollte noch ausweichen, aber er hatte keine Chance. Er wurde von dem Stamm niedergestoßen und erdrückt. Als der Mann um 16.30 Uhr immer noch nicht daheim war, suchte der Vater (75) nach ihm. Er entdeckte die Leiche.
Aufräumarbeiten noch lange nicht zu Ende
"Wegen der häufigen Forstunfälle hat es im Frühjahr eine Schulungsinitiative für Forstarbeiter seitens Landesrat Johann Seitinger und der Landwirtschaftskammer gegeben", erklärte Maximilian Ulrich, Sprecher der Sicherheitsdirektion. Es seien aber nach wie vor viele Forstunfälle zu beklagen, da die Aufräumarbeiten nach den Stürmen Emma und Paula noch lange nicht zu Ende sind.
Doch auch wenn man die Sturmschäden beiseite lässt, gibt es jedes Jahr zwischen 100 und 120 Unfälle in der Steiermark, die allein beim "Fällen und Bringen von Holz" passieren, wie die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt ermittelte. Die häufigsten Unfallursachen sind dabei schnellende Bäume und Äste oder - wie in diesem Fall - abrollende Stämme. Im gesamten Jahr 2007 kam es zu österreichweit 759 Unfällen in der Forstwirtschaft. Die Steiermark war mit 177 davon Spitzenreiter in Österreich.
Symbolbild
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