Alarm ging nicht los

89-Jährige bei Zimmerbrand hilflos erstickt

Steiermark
19.08.2008 18:03
Eine tragische Entdeckung haben Mitarbeiter eines Seniorenwohnheims (Bild) Montag früh in Graz-Leonhard gemacht: In einer der betreuten Wohnungen lag die Leiche einer 89-Jährigen. Die betagte Frau dürfte an Rauchgasen erstickt sein, nachdem ihre Nachttischlampe auf das Bett gefallen war und so den Brand ausgelöst hatte.
Um 21 Uhr hatte eine Mitarbeiterin das letzte Mal nach der Bewohnerin gesehen und ihr ein leichtes Schlafmittel verabreicht. Die gehbeeinträchtigte Frau - sie hat eine Prothese - war in letzter Zeit sehr schwach gewesen, deswegen wurde auch öfter als normalerweise nach ihr geschaut. "Die Bewohner unseres sechsgeschoßigen Hauses leben unabhängig mit geschütztem Hintergrund," erklärt Geschäftsführer und Heimleiter Georg Mailand. Wenn aber ein Notfall eintritt, sei immer jemand im Haus.

Kein Alarm, keiner merkte was
Schwierig zu erklären ist, warum keiner etwas von dem Brandgeruch wahrgenommen hat. "Unsere Senioren sind sonst so aufmerksam. Wirklich fatal." Auch die interne Brandanlage auf dem Gang, die vorschriftsgemäß installiert wurde, ging nicht los. Die Lampe war auf das Bett gefallen, die Bettwäsche begann zu glosen, und die Rauchgase führten schleichend zum Tod der betagten Frau - sie erstickte im Schlaf. Der Rauch blieb in dem geschlossenen Raum.

Seit sieben Jahren wohnt die Deutsche in dem Seniorenhaus. Weil ihr inzwischen verstorbener Sohn in die Steiermark geheiratet hatte, war sie nach Graz gezogen. Besuch bekam sie regelmäßig von ihrer Schwiegertochter...

Studie über Glimmbrände
Der Grazer Gerichtsmediziner Professor Peter Roll und seine Mitarbeiter untersuchten vor einigen Jahren Unglücksfälle durch Glimmbrände. Dabei stellte sich heraus, dass eine 60-Watt-Birne in einer Nachttischlampe nach drei Minuten bereits 140 Grad erreicht, nach 14 Minuten sogar unglaubliche 250 Grad. Wenn die Lampe dann zum Beispiel auf Bettwäsche fällt, beginnt diese langsam zu glosen, die Rauchgase (wie Kohlenstoffdioxid oder Blausäuregas - je nach Untergrund), die sich dabei entwickeln, werden im Schlaf kaum wahrgenommen und führen zum sicheren Tod.

von Eva Molitschnig, "Steirerkrone"

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