Die Wahnsinnspreise an den Zapfsäulen reißen tiefe Löcher in die Geldbörseln der steirischen Pendler. Und ein Ende der Fahnenstange scheint noch lange nicht erreicht. Dabei könnten die Autofahrer mit etwas gutem Willen weit besser aussteigen, wie die Ermittler der Bundeswettbewerbsbehörde aufgedeckt haben: Die Ölmultis geben Preissenkungen auf dem Markt nämlich erst mit einer drei- bis viertägigen Verzögerung an die Konsumenten weiter - während Preiserhöhungen bereits nach zwei Tagen wirksam werden! Satte 100 Millionen Euro, so schätzen die heimischen Autofahrerklubs, hat die Mineralölindustrie so im laufenden Jahr bereits nebenbei eingestreift.
"Machtmissbrauch"
Für den steirischen Arbeiterkammer-Vizepräsident und Pendler-Obmann Franz Gosch - der zuletzt die große Spritpreis-Protestaktion "Tanke Nein" gestartet hatte - ist das Grund genug für eine Anklage beim Kartellgericht. "Das stinkt nach verbotenem Missbrauch der Marktmacht und ist ein Fall für den Bundeskartellanwalt", fordert Franz Gosch das sofortige Einschreiten der Behörde.
In einem hoffentlich bald anstehenden Verfahren liege die Beweislast bei den Beklagten - "die Multis müssten also von sich aus beweisen, dass sie redlich gehandelt haben!" Nur so könne man "endlich Erkenntnisse über die skandalöse Preispolitik an den Zapfsäulen" gewinnen, so der Arbeiterkammer-Vize abschließend.
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