Acht Monate danach

Grenzpolizei steht im “Niemandsland”

Steiermark
09.08.2008 21:23
Grenzkontrollen zwischen der Steiermark und Slowenien sind seit acht Monaten Vergangenheit. Die Zukunft unserer Grenz-Beamten steht jedoch noch immer in den Sternen.
Seit der Schengen-Erweiterung am 1. Jänner 2008 haben die ehemaligen Grenzpolizisten neue Aufgaben: Die Beamten sind vor allem deutlich öfter auf Streife - auf Bundesstraßen, Autobahnen und in IC-Zügen ist man eifrig in Sachen Kriminalitätsbekämpfung unterwegs.

Die erfreuliche Nachricht zuerst: Von einer Zunahme der Strafdelikte kann - laut Grenzpolizei-Chef Josef Knapp - keine Rede sein. Der 56-jährige Kommandant macht hingegen auf ein ganz anderes Problem in seinem "Revier" aufmerksam: "Wir haben bis heute keine Ahnung, wo Dienststellen errichtet beziehungsweise gestrichen werden. Angekündigte Ausgleichsmaßnahmen des Bundes sind bis dato nicht erfolgt." 

Knapp: "250 Betroffene hängen in der Luft"
340 Planstellen waren es ursprünglich, in den vergangenen Monaten hätte man diese bereits ordentlich dezimiert. "Etwa 250 Betroffene sind verblieben. Sie wissen nun nicht, ob sie sich woanders um einen Posten bemühen sollen, hängen gänzlich der Luft", beschreibt Knapp, der in Spielfeld seinen Dienst versieht, die traurige Situation. Dort hat man am Freitag hohen Besuch erwartet: Maria Fekter von der ÖVP war zu Gast. Erwartet hat man sich davon allerdings wenig. Knapp: "Ich habe in meiner Laufbahn schon sechs Innenminister erlebt. Wahrscheinlich wird's sogar noch einer mehr werden..."

von Barbara Winkler, "Steirerkrone"
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