Richter Raimund Frei verlas zu Beginn des Verfahrens eine ellenlange Liste von Delikten. Die Burschen aus dem Bezirk Leibnitz sollen mehrere Autos demoliert, Zäune eingetreten und Schilder heruntergerissen haben. "Sie streifen durch Leibnitz, der eine tritt den Spiegel runter, der andere schlägt die Scheibe ein", so der Richter.
Burschen teilweise geständig
Als er den zwei am schwersten belasteten Burschen im Alter von 17 und 19 Jahren ihre Vergehen vorwarf, erntete er nur stummes Kopfschütteln und selten ein gelegentliches "Ja, da war ich vielleicht dabei". Nach einer halben Stunde erklärte ihnen der Richter, "wenn Sie sich so teilnahmslos zeigen, können wir uns das auch im Gefängnis anschauen" und kündigte an, er werde sich für die beiden "noch einmal gesondert" Zeit nehmen. Daraufhin begannen die Burschen, ihre Delikte einzugestehen.
Drei Angeklagte verurteilt - milde Strafen
Drei Mitglieder der Bande wurden nach umfangreichen Geständnissen sofort verurteilt. Trotz Schadensbeträgen von mehreren tausend Euro (bis zu 20.000 Euro Gesamtschaden) fiel die Strafe für die drei Burschen relativ milde aus. Das jüngste Mitglied der Bande war mit seinen 15 Jahren als einziger noch unbescholten und kam mit 70 Stunden gemeinnütziger Arbeit davon. Die beiden anderen nahmen das Urteil von zwei Monaten Freiheitsentzug auf drei Jahre bedingt an, die Urteile sind jedoch noch nicht rechtskräftig. Da die zwei 17-Jährigen schon mehrmals aufgefallen waren, bestellte der Richter für sie Bewährungshelfer: "Wenn's drauf pfeift's, seh'n wir uns wieder".
Die Verhandlung gegen die zwei mutmaßlichen Bandenführer konnte Richter Frei noch nicht schließen. Der 17-Jährige war schon vorher öfter aufgefallen, für den 19-Jährigen lief noch die Bewährungszeit für zwei Monate bedingten Freiheitsentzug. Gegen sie lägen zu viele Delikte vor, zu denen sie sich nicht für schuldig bekennen würden, schloss der Richter.
Symbolbild
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