Nach Murenabgang

Das Ausmaß der Schäden wird langsam sichtbar

Steiermark
24.07.2008 09:38
Auch am zweiten Tag nach dem verheerenden Unwetter in dem kleinen Ort Radmer im Bezirk Leoben waren die Aufräumarbeiten noch lange nicht beendet - der Ort gleicht einem Schlachtfeld (im Bild Paul Wöhry, die Schlammlawine donnerte mitten durch sein Haus). Das Ausmaß der Schäden wird erst jetzt langsam sichtbar, zu beziffern ist es noch nicht.

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Was nicht über die Versicherungen gedeckt ist, kann über den Katastrophenfond beantragt werden. "Bei Gebäudeschäden übernehmen wir 50 Prozent und 30 Prozent bei beweglichem Gut", erklärt Kurt Kalcher, Leiter der Katastrophenschutzabteilung. 

Zukunftspläne
Sachverständige berieten am Dienstag, wie solche Murenabgänge künftig verhindert werden könnten. So gibt es Pläne, den Weinkellerbach, der am Montag eine Schneise durch den Ort geschlagen und ein Schlachtfeld hinterlassen hat, umzuleiten. Auch ein Abweiser ist angedacht: Er soll die Geröllmassen in eine andere Richtung lenken (siehe Interview am Storyende). 

"So schlimm war's noch nie"
Immer wieder wurde die obersteirische Gemeinde von Unwettern und Überschwemmungen heimgesucht - das letzte Mal wurde der Weinkellerbach im Jahr 2003 zu einem reißenden Fluß. Doch so schlimm wie in der Nacht auf Montag war es überhaupt noch nie, berichteten die Bewohner. 

Auch wenn die Zufahrtsstraße inzwischen von Schlamm und Geröllmassen befreit werden konnte - Radmer war stundenlang von der Außenwelt abgeschnitten - und auch die Wasserversorgung wieder hergestellt wurde, ist der 750-Seelen-Ort noch weit von der Normalität entfernt. Die völlig erschöpften Feuerwehrkräfte wurden von neuen Einheiten abgelöst.

Hilfe für Opfer
Spontane Unterstützung für die Betroffenen von Radmer kam am Dienstag von den Mitarbeitern der SPÖ Steiermark. Auf Initiative von Landesgeschäftsführer Toni Vukan spendeten sie je einen Urlaubstag. Der SPÖ-Landtagsklub verdoppelte diesen Betrag. So kamen 10.000 Euro zusammen. Wer schnell hilft, hilft doppelt... 

Herr Landeshauptmann Franz Voves, wie geht es jetzt in Radmer weiter?
"Noch laufen Aufräumarbeiten, bei denen drei Bagger und 50 Feuerwehrleute eingesetzt sind. Sachverständige der Baubezirksleitung und der Agrarbehörde erheben derzeit die Schäden." 

Wird das Land finanziell unterstützend eingreifen?
"Zur Wiederherstellung der Infrastruktur haben die Katastrophenschutzbehörden Sofortmaßnahmen eingeleitet. Dabei ging es vorrangig um die Freimachung von Verkehrswegen und um die Wiederherstellung der Wasserversorgung." 

Wann wird das Geld aus dem Katastrophenfond bei den Betroffenen sein?
"Sie erhalten bei der zuständigen Gemeinde einen sogenannten Privatschadenausweis. Sachverständige schätzen die Schäden und übermitteln die Unterlagen an die zuständige Fachabteilung des Landes. Dann dauert die Auszahlung wenige Wochen." 

Was kann getan werden, um so ein Unglück künftig zu vermeiden?
"Grundsätzlich muss man darauf hinweisen, dass es bisher in Radmer noch nie Murenabgänge in dieser Größenordnung gegeben hat. Seitens der Behörde wird nun sofort ein Projekt zu Sicherung der Bevölkerung in Angriff genommen. Im Mittelpunkt der Gespräche steht die Errichtung eines Abweisers, der die Geröllmassen in eine andere Richtung lenken soll. Die Sachverständigen werden in Radmer diese Überlegungen fachlich prüfen." 

von Eva Molitschnig, "Steirerkrone"

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