Mais zum Benzin

Mit “Biosprit” gegen CO2-Ausstoß

Steiermark
22.07.2008 11:57
Weltweit wird darum gerungen, wie man die Treibhausgase in den Griff bekommt. Eine heimische Lösung offeriert jetzt die Agrana, die in Pischelsdorf in Niederösterreich eine Anlage für Bioethanol (im Bild) in Betrieb genommen hat. Wie positiv sich die Beimischung des "Biosprits" zum Benzin auswirkt, beweist eine vom Joanneum Research in Graz angefertigte Studie. Bei Einsatz von Mais gibt es um 51 Prozent weniger CO2-Emissionen!

"Ich habe den gesamten Lebenszyklus vom Anbau der Rohstoffpflanzen wie Weizen, Mais oder Zuckerrüben über Verarbeitung bis zur Verbrennung im Benzinmotor analysiert", sagt Studienautor Dr. Gerfried Jungmeier. "Die Ergebnisse können sich sehen lassen!" 

Beimischung zu Benzin 2010 angestrebt
So gibt es bei Einsatz von Weizen 47 Prozent weniger CO2-Emissionen, bei Mais gar minus 51 Prozent. Die 190.000 Tonnen Bioethanol jährlich aus Pischelsdorf reichen für eine zehnprozentige Beimischung zum Benzin. Die soll ab 2010 in Österreich obligatorisch sein, damit man den heimischen Rückstand zur Erreichung der Kyoto-Ziele bei Treibhausgas-Emissionen aufholt. 

Futtermittel als Nebenprodukt
Dass die Umwidmung von Weizen und Mais zur Spritproduktion zu Lasten der Nahrungsmittelpreise geht, trifft laut Jungmeier bei uns nicht zu: Verwendet wird nur Getreide, das auf bisherigen Brachflächen angebaut wird. Und man spart sich auch teure Importe an Sojaschrot für Tierfütterung: Als Nebenprodukt der Spriterzeugung fallen jährlich auch 190.000 Tonnen hochwertiger Eiweißfuttermittel an. 

Eines wird es laut Jungmeier aber leider nicht geben: "Billiger wird der Treibstoff durch den Bio-Zusatz sicher nicht..."

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