20.06.2008 11:45 |

SPÖ-Ämtertrennung

Voves glaubt an ein Halten der Doppelführung

Der steirische SPÖ-Vorsitzende und Landeshauptmann Franz Voves glaubt an ein Halten der Doppellösung Alfred Gusenbauer und Werner Faymann an der SPÖ-Spitze bis zum Bundesparteitag im Oktober. Die Ämtertrennung werde Kanzler Gusenbauer "freispielen" für die Regierungsarbeit, ein Sonderparteitag bis dahin werde nicht notwendig sein. Faymann werde in einer Bundesländertour die Basis beruhigen können, so Voves. Er selbst habe am Morgen mit Gusenbauer telefoniert, auch über die Nachfolge von Frauenministerin Doris Bures wurde gesprochen. Für den Posten ist unter anderem die steirische Staatssekretärin Heidrun Silhavy im Gespräch.

Entscheidend für die Doppellösung sei gewesen, dass in der Präsidiumssitzung Gusenbauer die Anwesenden überzeugt hatte, dass die persönlichen Voraussetzungen gut seien. Der Kanzler, Bures und Faymann könnten seit Jahren gut miteinander. Neun von sieben Landesparteivorsitzenden seien erst nicht überzeugt gewesen, "auch ich nicht", so Voves. Dann habe man sich aber in langen Gesprächen überzeugen lassen. Man habe nun einen neuen geschäftsführenden Vorsitzenden, "und dazu stehe ich", so der steirische SPÖ-Chef.

Faymann tourt durch Bundesländer
Faymann habe versichert, so rasch wie möglich durch die Bundesländer zu reisen, meinte Voves, angesprochen auf teilweise Unzufriedenheit bei verschiedenen SPÖ-Organisationen. Das werde zur Besänftigung und Beruhigung beitragen.

Silhavy als Frauenministerin im Gespräch
Das Thema Nachfolge für Frauenministerium Bures sei "heute Morgen besprochen worden", als Gusenbauer ihn angerufen habe, sagte Voves, der am Mittwoch in Brüssel weilte. Ob aus mehreren Kandidatinnen die Steirerin Silhavy das Amt übernehmen werde, sei jedoch Entscheidung des Regierungschefs.

Legendäre Telefonstunde in Sachen Silhavy
Voves hatte zu Beginn der Legislaturperiode gegenüber Gusenbauer darauf bestanden, dass aus fünf steirischen Kandidaten eine Person ein Ministeramt erhalte. Gusenbauer hatte Voves nach dessen Aussage nicht weiter informiert, weshalb es zu einer legendär gewordenen "Telefon-Stunde" mit dem designierten Kanzler in Sachen Silhavy gekommen war.

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