So, 22. April 2018

Skandal in Deutschland

16.03.2018 19:02

Tiere im „Schweinehochhaus“ systematisch gequält

Einst galt das sogenannte Schweinehochhaus in Sachsen-Anhalt als Prestigeobjekt der ehemaligen DDR – die Zustände, die heute in dem Zuchtbetrieb auf sechs Etagen herrschen, sind jedoch mehr als bedenklich. Wie das Deutsche Tierschutzbüro aufdeckte, werden dort Ferkel brutal auf den Boden geschleudert, um sie zu töten, auch die Muttertiere müssen ihr Dasein unter unwürdigen Verhältnissen fristen. Sie werden von den Mitarbeitern grundlos getreten und misshandelt.  

Im 25 Meter hohen Schweinehochhaus in Maasdorf leben bis zu 3000 Schweine auf Etagen. Schon vor Jahren wurden von Tierschützern Missstände aufgedeckt, die grüne Landwirtschaftsministerin von Sachsen-Anhalt, Claudia Dalbert, versprach laut „Stern“ bereits im Jahr 2013, etwas gegen die Zustände zu unternehmen. Doch wie aktuelle Aufnahmen zeigen, die der Verein mit versteckten Kameras über Monate aufgezeichnet hat, hat sich an den Haltungsbedingungen bislang wenig geändert.

Illegale Tötungsmethode bei Ferkeln angewandt
Kein Auslauf, enge Käfige, in denen sich die Tiere nicht einmal umdrehen können, grundlose Tritte – so traurig sieht der Alltag der Schweine in dem sechsstöckigen Gebäude aus. Kranke Ferkel werden getötet, indem sie an den Hinterläufen gepackt und auf den Boden geschleudert werden. Eine illegale Methode, da so nicht sichergestellt werden kann, dass die Tiere tatsächlich danach tot sind und nicht nach Minuten oder Stunden wieder das Bewusstsein erlangen.

Zahlreiche Ferkel verenden gleich nach der Geburt
Wenn die Ferkel geboren werden, werden sie nicht von Mitarbeitern überwacht. Nicht selten werden dadurch Jungtiere von dem in seiner Bewegungsfreiheit stark eingeschränkten Muttertier erdrückt. Die Löcher in dem Boden sind zudem so groß, dass viele Ferkel mit ihren Beinchen darin stecken bleiben. Wenn sie sich nicht selbst aus der Fruchtblase befreien können, bedeutet das ebenfalls das Todesurteil. Der Betreiber des Schweinehochhauses, die HET GmbH, war bislang zu keiner Stellungnahme oder für Interviews bereit.

In einer Petition des Deutschen Tierschutzbüros kann man sich für eine Schließung des Schweinehochhauses starkmachen.

Miriam Krammer
Miriam Krammer

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