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20.01.2024

REISE Österreich

Ein Bauer als Visionär

Foto: Gery Wolf

Wer reist, hat viel zu bauen.

Wer viel reist, hat viel zu erzählen, heißt es. Im Fall von Franz Gsellmann müsste dieser Spruch wohl ein wenig anders lauten: Wer reist, hat viel zu bauen. Denn der Steirer hat in seinem Leben nur eine einzige Reise unternommen, diese sollte jedoch sein Leben maßgeblich verändern. Als der aus einfachen Verhältnissen stammende Landwirt 1958 eine Abbildung des Atomiums erblickte, beschloss er, zur Weltausstellung nach Brüssel zu fahren, um sich das technische Wunderwerk aus der Nähe anzusehen. Beseelt vom Anblick des Wahrzeichens beschloss er nach seiner Rückkehr, in seiner Heimat eine Maschine zu bauen, in deren Mittelpunkt das Atomium steht.

Es sollte sein „Opus magnum“ werden, denn die Konstruktion seiner Weltmaschine beschäftigte den Oststeirer aus Kaag bei Edelsbach bis zu seinem Tod. Das Ergebnis der 23 Jahre währenden Arbeit -eine Art "Perpetuum mobile“ ist beeindruckend: ein Kunstwerk, das zwar keinen Zweck erfüllt, außer in Aktion Schaulustige zu faszinieren – mit unzähligen sich drehenden und sich bewegenden Teilen, zahllosen blinkenden Glühbirnen und 25 funktionstüchtigen Elektromotoren.

Von den anfangs abschätzigen Kommentaren der Einheimischen ließ sich Franz Gsellmann nicht beirren und hielt am Bau seiner Maschine unverrückbar fest. Seine Heimat Edelsbach und die ganze Oststeiermark darf es dem „Dickkopf“ danken: Sie verfügt heute über eine unvergleichliche Attraktion, die Jahr für Jahr tausende Schaulustige in die Region lockt. 

Тірp

Gsellmanns Weltmaschine in Edelsbach ist von April bis Oktober von Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr sowie von November bis März nach Voranmeldung geöffnet. Info: www.weltmaschine.at