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22.10.2023

Beste Jahre in Kärnten

"Nach Pension kam Berufung"

Mit Hund „Beppo“ bildet Brigitte Marack ein Therapiebegleithunde-Team.   Foto: zVg

Mit Hund „Beppo“ hat Brigitte Marack eine Ausbildung zum Therapiebegleithunde-Team absolviert. Sie hofft auf Nachahmer, die, wie sie, ältere Menschen besuchen.

Ich bin mittlerweile seit eineinhalb Jahren im Ruhestand und will nur noch mein Auto verkaufen“, lacht Brigitte Marack, als wir uns in Maria Rain treffen. Als die Kärntnerin Ende 2021 die Pension antrat, war ihr noch nicht ganz bewusst, was sie mit der zukünftigen "Frei“-Zeit anfangen werde. „Ich bin in der Zeitung auf einen Artikel gestoßen, der mich interessiert hat, nämlich über Therapiebegleithunde und deren Ausbildung. Ich habe mich sofort mit meinem Labradorrüden ,Beppo' angemeldet“, erzählt Marack. „Praktischerweise fand die Ausbildung in Feistritz im Rosental statt, nur rund 13 Kilometer von meinem Haus in Maria Rain entfernt. Im Herbst 2022 haben wir dann die Prüfung gemacht und das Zertifikat erhalten. Ebenfalls im Herbst 2022 bin ich über Radio Kärnten auf ein 12-stündiges Seminar der Caritas aufmerksam geworden und habe auch dieses absolviert und kann mich nun auch Sozialpatin nennen.“

„Hoffe, durch meine Geschichte, andere Hundebesitzer zu motivieren“

Therapiebegleithunde werden bei Menschen mit Behinderung, in der Palliativpflege, oder im Kindergarten eingesetzt. Der Hund ermuntert zu körperlicher und geistiger Aktivität, und er schenkt den Betroffenen Zuneigung und Aufmerksamkeit. Zudem bieten die Gespräche mit dem Hundebegleiter zum Beispiel für Personen in Pflegeheimen wertvolle stützende Kontakte und fördern so die Kommunikationsfähigkeit. Der Pfarrer von Maria Rain, Ulrich Kogler, vermittelte Brigitte Marack ins Bezirksaltenheim Ferlach, wo sie und „Beppo“ nun seit Dezember zwei Stunden pro Woche auf Besuch sind.

„Die älteren Herrschaften freuen sich ungemein über unser Kommen, vor allem die Bettlägerigen, für die wir eine willkommene Abwechslung darstellen“ erzählt die Neo-Pensionisten mit neuer Berufung. „Nach unserem ersten Besuch habe ich so viele positive Rückmeldungen erhalten, sowohl von Angehörigen als auch von Pflegern, und auch Pfarrer Kogler hat mir berichtet, dass man ihm freudig von uns erzählt hat.“ Auch Privatpersonen treffen Marack und ihr tierischer Begleiter mittlerweile - sei es zum Reden, Spazierengehen oder auch, um für sie oder mit ihnen kleine Erledigungen zu machen. Mit ihrer Geschichte hofft Marack, andere Leute auf die Ausbildung und deren Mehrwert aufmerksam zu machen: 

„Es gibt viele Personen, die mit ihrer Freizeit nicht viel anzufangen wissen, denen würde ich diese schöne Aufgabe ans Herz legen. Abgesehen davon, dass man den älteren Menschen große Freude macht, es gibt einem selbst auch sehr viel. In einer Gesellschaft, die zusehends vereinsamt, ist es immer wichtiger, etwas dagegen zu tun. Die Wochen vergehen wie im Fluge und ich bin glücklich und zufrieden mit meiner neuen Berufung.“
von Melanie Leitner

Info

Cornelia Lorenz, Obfrau von „Therapiehunde Teams Kärnten“ bildet seit 20 Jahren Therapiebegleithunde aus. Infos auf www.therapiehunde.org und auf Facebook („Therapiehunde Teams Kärnten“).