02.02.2008 11:19 |

"Lebende Bombe"

Al-Kaida missbraucht Behinderte für Attentate

Für die zwei Bombenanschlägen in Bagdad, bei denen am Freitag über 60 Menschen getötet und mehr als hundert weitere verletzt worden sind, hat Al-Kaida scheinbar geistig behinderte Frauen als „lebende Bomben“ missbraucht. Nach Angaben der irakischen Sicherheitskräfte wurden zwei geistig verwirrte Frauen von der Terrororganisation mit Sprengstoffgürteln ausgestattet und auf den Markt geschickt, wo der Sprengstoff gezündet wurde. US-Außenministerin Condolezza Rice hat die Terroranschläge als Gipfel der Brutalität und „absoluten Bankrott“ der Terror-Organisation Al-Kaida (al-Qaeda) verurteilt.

Das irakische Volk habe gut daran getan, „sich gegen diese schrecklichen, gewalttätigen Menschen zu wenden, die vor nichts zurückschrecken“, sagte Rice am Freitag in Washington.

Anschläge auf zwei Märkten
Die Attentate am Freitag wurden im Abstand von 20 Minuten auf zwei Marktplätzen verübt, auf denen großer Andrang herrschte. Auf dem Al-Ghasl-Markt im Zentrum der irakischen Hauptstadt kamen laut Polizeiangaben rund 45 Menschen ums Leben, 78 Passanten wurden verletzt. Die zweite Frau zündete ihre Bombe auf einem Geflügelmarkt. Dort wurden mindestens 18 Menschen getötet und 25 verletzt. Die Anschläge ereigneten sich kurz vor Beginn der islamischen Freitagsgebete.

Im vergangenen Jahr hat es mindestens drei Anschläge auf den Al-Ghasl-Markt gegeben - jedoch bisher mit weniger Todesopfern: Ende November starben 13 Menschen bei der Detonation einer Bombe, die in einer Vogelkiste versteckt war. Bei Anschlägen im Jänner und Februar wurden insgesamt rund zehn Menschen getötet. Polizisten und Sicherheitskräfte luden am Freitag dort Verwundete in Autos und auf Kleinlaster, wie Augenzeugen berichteten. Rettungswagen versuchten sich einen Weg durch die Menschenmenge zu bahnen. US-Soldaten halfen Augenzeugen mit, die Gegend rund um den Al-Ghasl-Markt abzuriegeln. Der Markt gehört zu den beliebtesten Treffpunkten Bagdads. Jeden Freitag strömen Hunderte Menschen zu den Ständen, wo Hunde, Affen und Papageien, Tauben und Tropenfische angeboten werden.

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