Führung erneuert

Darabos stellt neue Bundesheerführung vor

Österreich
31.01.2008 14:54
Das österreichische Bundesheer hat eine neue Führung, die Verteidigungsminister Norbert Darabos am Donnerstag präsentierte: Generalleutnant Edmund Entacher wird wie erwartet neuer Chef des Generalstabs. Zu seinem Stellvertreter wird Generalmajor Othmar Commenda ernannt. Die Leitung der vier neuen Sektionen der Zentralstelle des Verteidigungsministeriums übernehmen Rainer Holenia, Dietmar Franzisci, Freyo Apfalter und Christian Segur-Cabanac.

Darabos begründete die Bestellung des als SPÖ-nahe geltenden Entacher zum Generalstabschef einerseits mit dessen Beliebtheit bei der Truppe und andererseits mit dessen Kompetenz und Bodenständigkeit. Als Motto für seine künftige Aufgabe formulierte Entacher: „Schneller zur Sache, mehr für die Truppe.“

Neu an der Zentralstelle ist, dass der Generalstabschef künftig ein Weisungsrecht gegenüber den Sektionen II bis IV (Planung, Bereitstellung und Einsatz) und damit mehr Macht hat. Die vier Sektionen und der Generalstab ersetzen die bisherigen drei Stäbe und drei Sektionen. Darabos sprach von einer wichtigen Verschlankung der Struktur.

Er betonte mehrmals, dass die Bestellungen nach objektiven Kriterien erfolgt seien: „Objektivität war hier das Maß aller Dinge.“ Parteipolitik hätte keine Rolle gespielt, so Darabos. Er sei davon überzeugt, dass „die Männer, die ich ausgewählt habe“, die Aufgaben am besten bewältigen könnten, so Darabos, der nach einer wahrscheinlichen Aufwertung der militärischen Ränge der neuen Führung meint: „Da kenn ich mich nicht so gut aus.“

„Kontinuität und Neuaufbruch“
Darabos lobte das neue Führungsteam des Bundesheers, dessen Ernennung mit 1. Februar gilt, in den aller höchsten Tönen. So habe er niemanden gefunden, der auch nur ein schlechtes Wort über Generalleutnant Edmund Entacher verlieren würde und das „über Parteigrenzen hinweg“.

Der künftige Generalstabschef, der diese Funktion jetzt schon interimistisch innehatte, sei jemand, der die Wünsche der Soldaten kenne und Erfahrung habe. Ob Entacher SPÖ-nahe sei, habe er nicht überprüft. Das Team sei jedenfalls nicht sozialdemokratisch dominiert, so Darabos. Das Siebener-Team - inklusive ihm selbst - solle ein Zeichen für „Kontinuität und Neuaufbruch“ sein.

Entacher selbst freute sich naturgemäß über die Machterweiterung des Generalstabschefs - dieser hat künftig ein Weisungsrecht gegenüber den Sektionen II bis IV. Das sei „eine günstige Situation“, um schnelle Entscheidungen zu treffen. Als „Mini-Minister“, wie Kritiker den Posten bezeichnet hatten, will er sich aber nicht sehen.

Die Ernennung Othmar Commendas zum Stellvertreter Entachers argumentierte Darabos mit dessen Engagement bei der Umsetzung der Bundesher-Reform. Den als ÖVP-nahe geltenden Christian Segur-Cabanac, der im Vorfeld als möglicher Generalstabschef-Stellvertreter gehandelt worden war, bezeichnete Darabos als „bedächtig und weitblickend“. Segur-Cabanac meinte auf Nachfrage, er sei nicht enttäuscht, „nur“ Sektionschef geworden zu sein.

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