Wintergärten
Luxus-Logenplatz in der Natur
Daher eines vorweg: Wer daran denkt, einen Wintergarten zu bauen, sollte sich darüber im Klaren sein, dass es sich hierbei um eine kostenintensive Investition handelt. Denn der geschützte Edel-Logenplatz im Freien ist weit mehr als nur eine schnell aufgebaute Konstruktion aus Glas und Trägerelementen.
Ein schöner Wintergarten, der unbestritten nicht nur ein architektonisches Highlight in der Innen- und Außenraumgestaltung ist, sondern auch ganz allgemein zum Wohlfühlklima beiträgt, ist das Ergebnis eines perfekten Zusammenspiels verschiedenster Komponenten wie z.B. Standort, Planung, Trägermaterial, Glaswahl, Beschattungs- und Belüftungssystem. Das alles setzt umfassendes und spezielles Planungs- und Ausführungs-Know-how voraus.
Viel zum schlechten Wintergarten-Image in den letzten Jahren haben übrigens scheinbare Billigst-Angebote und Laien-Eigenaufbauten beigetragen. In diesen Fällen entwickelte sich der ursprünglich geplante Entspannungsbereich sehr rasch – je nach Jahreszeit – zu einem überhitzten oder unterkühlten, schwer zu reinigenden und vor allem auch teuren Stressfaktor. Kurz gesagt: Beim Wintergarten führt kein Weg am Fachmann vorbei.
Holz- oder Alu-Wintergärten
Gute Planung vorausgesetzt, gibt es heute laut Wintergarten-Experten keine gravierenden Qualitätsunterschiede zwischen Holz- und Aluminiumkonstruktionen mehr. Beide Arten sind langlebig und auch von guter Qualität. In der Alltagstauglichkeit haben beide ihre Stärken. Bei qualitativ hochwertigen Profilen benötigen Alu-Wintergärten kaum Wartung und Pflege. Holz hingegen isoliert sehr viel besser und punktet durch mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Besonders beliebt sind daher heute die Holz-Aluminium-Konstruktionen.
Möglichst naturnah, behaglich und wohnlich sollte die Gestaltung des Innenraums sein, und so finden sich in den meisten Wintergärten Böden aus Holz. Empfohlen wird von den Fachleuten, auch hier nicht zu sparen, um so Formbeständigkeit und Rissarmut sicher zu stellen.
Glasklare Vorteile
Der Wintergarten ist ein Glasbau. Logisch daher, dass der Wahl des eingesetzten Glases besonders viel Beachtung geschenkt werden muss. Auf eine hohe Qualität in Sachen Wärme- und Schalldämmung darf unter keinen Umständen verzichtet werden.
Ebenso wesentlich sind Fragen der Verschmutzung und der späteren Reinigung. Denn so schön ein gepflegter Wintergarten wirkt - verschmutzte und matte Glasfronten haben in etwa die gleiche Wirkung wie ein verdrecktes Haute-Couture-Modell. Dank der Entwicklung der Glastechnologie in den letzten Jahren gibt es hier eine Reihe von praktischen schmutzabweisenden und zum Teil sogar fast selbstreinigenden Produkten.
Wo viel Licht, da auch viel Hitze
Gemeinsam mit der Verglasung sorgen die Belüftung und die Beschattung eines Wintergartens für ein angenehmes Raumklima. Wo aber viel Licht, da muss im Sommer auch genügend Schatten sein.
Grundsätzlich unterscheidet man natürliche und technische Beschattung und hier wiederum zwischen Innen- und Außenbeschattung. Mit Sonnensegeln, Markisen, Jalousien können bei der Innenraumbeschattung zugleich auch wirkungsvolle gestalterische Akzente gesetzt werden. Allerdings ist diese Form bei Weitem nicht so wirksam wie die – teurere! – Außenbeschattung mit Markisen, Rollläden etc, die meist elektrisch betrieben wird und über Helligkeitssensor, Zeitschaltuhr und ähnliche Regelungen gesteuert wird.
Natürliche Schattenspender wie Laubbäume oder Rankpflanzen werden von der Natur geliefert, wirken aber meist je nach Sonnenverlauf nur einige Stunden und werden in der Praxis sinnvollerweise durch technische Systeme ergänzt.
Zu einem guten Wintergarten gehört aber auch ein gutes Belüftungssystem, denn das Klima in dem Glasbau reagiert sehr schnell auf sich ändernde Witterungsverhältnisse. Ergänzt wird eine natürliche Lüftung (Teile der Glasfronten sollen sich jedenfalls öffnen lassen) heute meist durch mechanische Lüftungssysteme.
Balkon-Wintergärten
Möglich ist grundsätzlich einmal alles und so steht auch den vielen Leider-nein-Hausbesitzern der Weg zum Wintergarten offen. Voraussetzung dafür ist allerdings eine entsprechende Balkongröße und auch in diesem Fall die Bereitschaft, einiges Geld dafür zu investieren. Denn auch und gerade bei den Balkon-Verglasungen geht ohne Fachmann gar nichts, will man beim ersten Regen nicht „im Freien stehen“ – und das ganz und gar nicht nur sprichwörtlich!
Für solche Ausbauten besonders geeignet sind Balkone im letzten Stock, die dann ein perfektes „Wintergarten-Gefühl“ vermitteln
Mini-Balkone sollten so belassen werden, wie sie nun einmal sind, da sich laut Fachleuten der Umbau in der Kosten-/Nutzen-Rechnung kaum lohnt. Ausnahme: Es ist möglich, auf diesem Weg den Wohnraum zu vergrößern.
Mit dem Wintergarten Energie sparen?
Energietechnisch bringt der Wintergarten nur dann etwas, wenn er richtig ausgeführt und vor allem auch richtig benützt wird. Und gerade letztgenannter Punkt schränkt die Benutzungsfreiheit doch erheblich ein.
Denn einen echten Energiespareffekt bringt der Wintergarten hauptsächlich durch seine Funktion als Pufferraum, nicht als Warmluftlieferant. Energie-Experten raten daher auch von der Installation einer Heizung im Wintergarten grundsätzlich ab (Kosten!), und dass es da einmal im Winter recht kühl werden kann, muss auch bei der Pflanzenauswahl beachtet werden. Die so beliebte und exotische tropische Bepflanzung scheidet damit aus.




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