Einmalige Bilder

Raumsonde funkt spektakuläre Fotos vom Merkur

Wissenschaft
31.01.2008 17:01
Einmalige Aufnahmen vom Planeten Merkur hat die US-Raumsonde "Messenger" zur Erde gefunkt. Die am Mittwoch von der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA veröffentlichten Bilder zeigen Gebiete des kleinsten Planeten unseres Sonnensystems, die zum Teil noch nie von einer Raumsonde aus der Nähe aufgenommen worden sind. Sie zeigen riesige Klippen, Geländekanten und Vulkane. Erstes Resümee der Forscher: Der Merkur scheint ein wenig anders zu sein als bisher angenommen.

Besonders angetan hat es den Forschern eine Formation, die sie als "Die Spinne" (Bild) bezeichnen. Es handelt sich dabei um einen Einschlagkrater, der von über 50 Spalten umgeben ist, die von seinem Zentrum ausgehen. "Über die Hälfte des Planeten ist absolutes Neuland für die Forschung", erläuterte Planetenforscher Prof. Jürgen Oberst. Nun ließen sich manche weiße Flecken auf der Merkurkarte füllen. "Es ist wie eine erste Forschungsreise ins Innere eines noch nicht erkundeten Kontinents", so Oberst.

Die Bilder findest du in der Infobox!

Die NASA-Bilder zeigen die schwer von Einschlagkratern zerklüftete Oberfläche des sonnennächsten Planeten, der zuletzt vor mehr als 30 Jahren Besuch von einer irdischen Raumsonde bekommen hatte. Einer ersten Bewertung zufolge gleiche der Merkur weit weniger als angenommen dem Erdenmond, mit dem er oft verglichen werde. "Vieles am Merkur scheint doch ein wenig anders zu sein, als wir angenommen haben", erläuterte Oberst.

Riesige Klippen und Geländekanten
So hätten etwa die Einschläge ein deutlich anderes Muster hinterlassen als auf dem Mond, und das große Caloris-Einschlagbecken sei anders gefüllt als eine vergleichbare Struktur auf dem Mond. Im Gegensatz zum Erdtrabanten hat der Merkur auch riesige Klippen und Geländekanten, die sich über Hunderte Kilometer der Oberfläche erstrecken und Überbleibsel früher tektonischer Prozesse sind.

Der wissenschaftliche Leiter der "Messenger"-Expedition, Prof. Sean Solomon von der Carnegie-Institution in Washington, bewertete den ersten Vorbeiflug der Sonde als Erfolg. Er habe nicht nur eine "Goldmine" wertvoller Daten beschert, auch der für den Überflug anvisierte Punkt sei auch exakt getroffen worden, so dass sich die Sonde auf perfektem Kurs für den zweiten Vorbeiflug im Oktober dieses Jahres befinde. Nach einem dritten soll die Sonde im Jahr 2011 in eine Merkur-Umlaufbahn einschwenken.

Merkur ist schwieriges Ziel für Raumsonden
Der Merkur ist wegen seiner Nähe zur Sonne und deren extremer Anziehungskraft ein schwieriges Ziel für Raumsonden. Deshalb musste sich "Messenger" auf einer komplizierten, 3,5 Milliarden Kilometer langen Spiralbahn dem Planeten nähern.

Zudem mussten die Instrumente der Sonde gegen die große Sonnenhitze speziell geschützt werden. Zuletzt war die NASA-Sonde "Mariner 10" 1974 und 1975 am kleinsten Planeten des Sonnensystems vorbeigeflogen und hatte 45 Prozent seiner Oberfläche kartiert. Im August 2013 soll die Mission "BepiColombo" der Europäischen Raumfahrtagentur ESA zum Merkur starten.

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