Starke Schneefälle

Schneechaos in China, USA und Norwegen

Ausland
02.02.2008 16:08
Während bei uns schon fast frühlingshafte Wetterverhältnisse herrschen, haben starke Schneefälle und das chinesische Neujahrsfest am 7. Februar in China zu chaotischen Zuständen geführt: Tausende Menschen sitzen auf Bahnhöfen und Flughäfen fest, da zahlreiche Zugfahrten und Flüge verschoben oder gestrichen wurden. 60 Menschen wurden bereits Opfer des Jahrhundertwinters und ein Ende ist nicht in Sicht. Die Regierung leitete Schritte ein, um die Lage unter Kontrolle zu behalten. Auch in Teilen der USA und in Norwegen führte das Winterwetter zu Verzögerungen im Verkehr.

Ein baldiges Ende des schlimmsten Winters in China seit 50 Jahren ist nicht in Sicht. Die Meteorologiezentrale des Landes warnte am Samstag, in der kommenden Woche sei voraussichtlich keine Wetterbesserung zu erwarten. Bereits mehr als 60 Menschen sind durch die Folgen des Winters umgekommen, Millionen leiden unter Strom- und Heizungsausfällen. Der wirtschaftliche Schaden wird auf 53,9 Milliarden Yuan (rund 5,15 Milliarden Euro) geschätzt. 300.000 Soldaten und 1,1 Millionen Reservisten sind im Rettungseinsatz, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Die Regierung schätzt den volkswirtschaftlichen Schaden auf mittlerweile 7,5 Milliarden Dollar (5,04 Milliarden Euro).

Menschenmassen auf Bahnhöfen und Flughäfen
Die Schneemassen haben in den meistbetroffenen Provinzen im Süden und Osten Chinas zahllose Bahn-, Straßen- und Flugverbindungen unterbrochen. Mehr als 10.000 Zugfahrten mussten verschoben oder ganz gestrichen werden, wie der Sprecher des Eisenbahnministeriums, Zhao Chunlei, am Freitag mitteilte. Das Eisenbahnnetz wird zudem nicht mehr ausreichend mit Strom versorgt, weil wegen des Wetters nicht genug Kohle für die Kraftwerke herangeschafft werden kann.

Hunderttausende Reisende haben in dieser Woche daher auf Straßen, in Bahnhöfen, in Autos und in öffentlichen Gebäuden übernachten müssen. Die chinesischen Behörden versuchen, möglichst vielen der im Schneechaos steckengebliebenen rund 5,8 Millionen Bahnpassagiere noch rechtzeitig die Heimkehr zu ermöglichen. Wanderarbeiter wurden dazu aufgerufen, ihre Fahrkarten zurückzugeben und das Neujahrsfest in der Region zu verbringen, in der sie arbeiten, statt nach Hause zu fahren.

Auch die USA fest im Griff des Winters
Auch in den USA haben Schneestürme den Verkehr behindert und zu wetterbedingten Unfällen mit mindestens zehn Toten geführt. Auf dem O'Hare-Flughafen von Chicago wurden am Freitag 500 Flüge abgesagt. Im Raum New York und in Philadelphia führten gefrierender Regen und Schneematsch zu mehrstündigen Verspätungen im Flugverkehr. Auf eisglatten Straßen kamen im Staat New York mindestens vier Menschen ums Leben, in Illinois sechs. Im im Nordwesten gelegenen Bundesstaat Washington wurde ein mehr als 100 Kilometer langer Abschnitt der Fernstraße Interstate 90 wegen Lawinengefahr gesperrt. Zwei Passagierzüge mit 400 Menschen blieben in Nordkalifornien in der Nähe des Donnerpasses stecken.

Chaotische Zustände an Osloer Flughafen
Eine ähnliche Situation wie auf amerikanischen Flughäfen und chinesischen Bahnhöfen spielte sich auf dem Osloer Flughafen Gardermoen ab. Mehrere tausend Reisende mussten die Nacht auf Samstag in Wartehallen zubringen. Neben einer ungewöhnlich hohen Zahl von Erste Hilfe-Einsätzen soll es hier jedoch auch zu Auseinandersetzungen unter den schlecht gelaunten Wartenden gekommen sein: Wie der Rundfunksender NRK berichtete, wurde die Polizei in der Nacht mehrfach herbeigerufen, um "ausgeflippte" Passagiere zur Ordnung zu rufen.

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