Arme Senioren

Tausende "genießen" Schwarzarbeit statt Pension

Österreich
31.01.2008 13:51
Gar keine Pensionserhöhung, und wenn, dann nur ein paar Euro. Für viele Mindestpensionisten ist Erwin Buchinger nur noch der „Unsozialminister“. Obwohl schon längst im Ruhestand, haben Tausende einen weniger offiziellen Weg zur Aufbesserung ihrer Konten gewählt - sie gehen heimlich pfuschen...

Seine Pension hat sich Konrad R. anders vorgestellt. Er wollte reisen, in der Sonne im Schaukelstuhl liegen - das Leben genießen, das für ihn immer bloß aus Schuften und Früh-Aufstehen bestand. Angefangen hat der heute 66-Jährige als Tellerwäscher, aufgehört als Saisonier. Wobei - so richtig aufgehört hat er jedoch nie. 533,52 Euro bekommt der Senior vom Staat.

Ohne Pfusch geht gar nichts
„Ohne Schwarzarbeit hätte ich fast kein Geld“, erklärt der Pensionist. Und so räumt Konrad R. jetzt auf einem Sportplatz Schläger weg und repariert den Rasen. Als 66-jähriges Mädchen für alles. Die im Vorjahr veröffentlichte Euro-Barometer-Umfrage zeigt: Tausende Pensionisten verdienen schwarz etwas dazu.

63-jährige Putzfrau
Auch Helga R. aus Wien-Mariahilf. Die 63-Jährige, einst Sekretärin in einer Firma, räumt heute den Dreck anderer Leute weg. Als Putzfrau für sieben Euro die Stunde. „Eigentlich sollte ich meinen Lebensabend genießen“, sagt sie verärgert. „Aber wie soll man das machen mit nur 622 Euro?“

Mit seinen 64 Jahren bleibt Thomas K. aus Salzburg nur eines übrig, um den Alltag zu meistern: Er mäht im Sommer Nachbars Rasen und hackt im Winter Holz. „Dabei“, sagt er wütend, „fühle ich mich wie ein Schüler, der auf Taschengeld angewiesen ist.“

von Michael Pommer, Kronen Zeitung

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